merken

Abäppeln vorm Reitspaß

Wer reiten möchte, muss auch Pferdemist wegräumen. Das lernen Kinder – auch in Weinböhla.

© Norbert Millauer

Von Uta Büttner

Weinböhla. Das klingt nicht wirklich nach traumhaften Sommerferien: 7.30 Uhr wecken. Doch für diese Mädchen ist das kein Problem, obwohl einige von ihnen eigentlich Langschläfer sind. Denn sie verbringen fünf Tage mit Pferden im Abenteuerreitercamp in Weinböhla. Abenteuer. Reiten. Campen. Das klingt nach ganz viel Spaß und Aufregung. Doch als Erstes heißt es arbeiten. Nach dem Frühstück geht es zu den Koppeln auf dem Schwarzen Weg. Pferde putzen. Die elf Mädchen zwischen fünf und 13 Jahren sind schon fleißig dabei. Die meisten kennt Campleiterin Silvia Hockwin schon länger. „Sie kommen regelmäßig zum Reiten zu mir.“ Auch außerhalb der Ferien.

Autohaus Dresden
Eines der besten Autohäuser in Deutschland
Eines der besten Autohäuser in Deutschland

Dresden braucht starke und innovative Unternehmen, wie das Autohaus Dresden. Der Opelhändler ist seit über 25 Jahren tief mit der Region verwurzelt.

Sophie aus Radebeul säubert gerade die Hufe. „Das macht Spaß“, sagt die Zehnjährige und erklärt: „Weil es die wenigste Arbeit macht.“ Denn Reiterferien bei Silvia Hockwin bedeuten nicht nur auf Pferden sitzen. Es gehört alles dazu, was man mit den Tieren machen muss. Auch das Abäppeln. Also Pferdeäpfel aufsammeln. Kein Problem, sagen die Mädchen. „Sie wissen, dass das dazu gehört“, meint Silvia Hockwin. Und sie wissen auch, warum das nötig ist. „Weil die Pferde das Gras sonst nicht fressen. Und die Tiere krank werden“, erklärt die fünfjährige Larissa aus Meißen. Aber Pferdeäpfel sammelt sie noch nicht ein. Das ist die Aufgabe der Größeren. Doch andere Aufgaben übernimmt die Kleinste in der Gruppe auch. Beispielsweise Stöcke auflesen. „Sie ist ganz fleißig“, sagt die Campleiterin, die seit etwa sechs Jahren hauptberuflich das Reittouristik-Unternehmen betreibt.

Inzwischen sind alle Pferde gesäubert. Nun folgt der angenehmere Teil des letzten Camp-Tages. Die Mädchen dürfen sich aussuchen, was sie gern einmal ausprobieren würden. Ihr Wunsch: Voltigieren. Also Turnübungen auf dem Pferd, während es an einer langen Leine im Kreis geführt wird. Die Kinder haben das noch nie gemacht. Deshalb sitzen sie zunächst auf der Wiese und Silvia Hockwin erklärt das Wichtigste und zeigt einfache Übungen.

Vier Mädchen zwischen 13 und 15 Jahren, darunter Tochter Michelle, bereiten inzwischen zwei Haflinger für das Voltigieren vor. „Über die Hilfe der Mädchen freue ich mich sehr.“ Auch die 15-jährige Tabea ist dabei. Seit etwa neun Jahren reitet die Coswigerin schon in Weinböhla, kümmert sich auch um die Tiere, hilft im Stall.

Nun kann das Voltigieren beginnen. Kinder und Pferde sind bereit. Doch nicht alle können gleichzeitig reiten. Silvia Hockwin wählt die erste Gruppe aus. „Die anderen gehen in der Zeit die andere Koppel abäppeln“, sagt sie. Richtig begeistert scheinen die Mädchen nicht zu sein – aber es sei ja kein Problem für sie. Zumindest haben sie das gesagt.

Die Jüngste, Larissa, wird aufs Pferd gesetzt. Zuerst reitet sie auf Mondschein ein paar Runden. Dann streckt sie einen Arm seitwärts weg, dann den anderen, dann beide. Später kniet sie auf dem Pferderücken. Kaum zu glauben, wie scheinbar einfach sich die Fünfjährige bewegt. Natürlich läuft Silvia Hockwin immer neben ihr und hält die Kleine fest. Auf dem zweiten Pferd voltigiert die achtjährige Anastasia aus Dresden. Sie kommt wie die meisten Teilnehmer aus der Umgebung.

Gebucht werden kann ein einzelner Tag für 40 Euro, wenn Tagescamp-Woche ist. Oder gleich fünf Tage mit Übernachtung von Montag bis Freitag. Die kosten 285 Euro – einschließlich Verpflegung, Reitunterricht und anderer Freizeitangebote.

Inzwischen sind die ersten Kinder mit dem Voltigieren fertig. Die nächsten sind dran. Aber haben sie auch die Koppel abgeäppelt, will Silvia Hockwin wissen. Nein. So richtig großen Spaß scheint das also doch nicht zu machen. Zumindest drücken sich anscheinend die Mädels auch ganz gern einmal um diese Arbeit.

Bald gibt es Mittagessen. Und dann folgt der Höhepunkt am Heimreisetag: das Ausreiten. Doch noch wissen die Mädels nichts davon. Und dann sind fünf Tage „Pferdespaß“ vorbei. Eine Leidenschaft, nach wie vor größtenteils von Mädchen – auch in Weinböhla.

Informationen www.reittouristik-weinböhla.de