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Abbruch zum Schnäppchenpreis

Der Abriss des alten VEB Kunstblume in Sebnitz wird wesentlich billiger als geplant. Es sei denn, es tauchen noch Altlasten auf.

© Dirk Zschiedrich

Von Dirk Schulze

Sebnitz. Mit der Vergabe von Bauaufträgen ist das so eine Sache. Da die Firmen gerade allgemein gut zu tun haben und besonders mit dem nahenden Saisonende allerorten ausgebucht sind – was positiv ist – fallen die Angebote für öffentliche Ausschreibungen nicht selten deutlich höher aus als von den Kommunen kalkuliert. Mitunter bewirbt sich kein einziges Unternehmen und das ganze Vorhaben muss verschoben werden – siehe nebenstehende Meldung über eine Straßensanierung in Ottendorf.

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Ganz anders ist das beim Abbruch. Wegreißen kann man im Gegensatz zum Betonieren oder Asphaltieren auch bei Minusgraden – entsprechend groß ist der Andrang auf Abrissaufträge in der kalten Jahreshälfte, noch dazu, wenn es sich um eine sechsstellige Auftragsumme handelt. Für die ausgeschriebenen Abrissarbeiten am früheren Hauptsitz des VEB Kunstblume in Sebnitz gingen Angebote von 17 verschiedenen Unternehmen im Rathaus ein. Eingeplant war für den Teilabbruch des Gebäudekomplexes auf der Weberstraße die stattliche Summe von rund 456 000 Euro. Das günstigste Angebot lag nun bei knapp 174 000 Euro – also deutlich weniger als die Hälfte der angedachten Kosten. Damit sinkt auch der Eigenanteil für den Stadthaushalt, der knapp ein Viertel der Summe ausmacht. „Wir haben bei der Schätzung bewusst alle Eventualitäten einkalkuliert“, sagte Sebnitz’ Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU). Damit sei man auch auf unliebsame Überraschungen vorbereitet – es kann durchaus sein, dass in der alten Blumenfabrik noch Altlasten auftauchen, die teuer entsorgt werden müssen. Den Fördermittelbescheid über die geschätzte Summe hat die Stadt schon in der Tasche. Auch wenn’s jetzt billiger wird, behalten darf sie die Differenz aber nicht.