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Abgehängt

Seit Orkan Friederike funktioniert der Telefonanschluss einer Paußnitzerin nicht mehr. Dabei wäre die Reparatur ein Klacks, glaubt sie.

© Eric Weser

Von Eric Weser

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Strehla. Wer Eva-Maria Simon daheim anrufen will, kommt nicht durch. Schon seit 18. Januar nicht. Sturmtief Friederike war damals übers Land gezogen. Die heftigen Böen hatten auch in Paußnitz einen Baum zum Umfallen gebracht. Mitten auf die dortige Bundesstraße 182. Damit war nicht nur die wichtige Verkehrsader blockiert, sondern auch der Telefonanschluss der Simons. Denn der Baum hatte im Fallen die Freileitung mitgerissen – und gekappt.

Der Verkehr auf der B 182 rollte noch am Tag des Sturms wieder, weil die Simons und andere Helfer den Baum gleich beiseite räumten. Doch die Telefonleitung, die ist auch heute, gut fünf Wochen später, noch immer gekappt. Dabei müsste es doch ein Leichtes sein, alles wieder anzuklemmen, meint Eva-Maria Simon und zeigt das Kabel, das aufgerollt am Mast gegenüber von ihrem Wohnhaus hängt. „Das müsste man doch nur wieder anklemmen.“


Um die Telekom zur Reparatur zu bewegen, hat die Paußnitzerin schon einiges getan, sagt sie. Geschrieben habe sie dem Konzern. Mehrmals angerufen, um sich nach dem Stand der Dinge zu erkundigen und Druck zu machen. Auch in Riesa im Telekom-Ladengeschäft sei sie gewesen. Doch gebracht hat all das bisher nichts. Die Telekom habe ihr lediglich mitgeteilt, dass an dem Schaden gearbeitet werde und es noch bis 1. März dauern kann.

Dass der Konzern einen Kunden so lange ohne Anschluss verharren lasse, dafür fehlt der Paußnitzerin das Verständnis. Hinzu kommt Ärger darüber, dass andere Dinge funktionieren. Denn pünktlich zum Monatsbeginn sei die Telefonrechnung mit den Grundgebühren für Februar eingegangen. „Obwohl der Anschluss nicht zu benutzen ist“, sagt Eva-Maria Simon. „Ist der Kunde hier König oder nur zahlendes ‚Mitglied‘, ohne dass er sein Telefon benutzen kann?“, hat sie ihren Ärger über die Situation in einem Schreiben festgehalten.

Die Telekom bestätigt den nach wie vor gestörten Anschluss von Eva-Maria Simon. „Eine Oberlandleitung ist beschädigt und wird im Zuge der sehr umfangreichen Reparaturarbeiten in der Region so bald wie möglich wieder in Ordnung gebracht“, so ein Konzernsprecher. „Leider können die Kollegen nicht überall gleichzeitig sein, und wir müssen um Geduld bitten.“ Was die abgebuchte Grundgebühr angeht, so erstatte die Telekom sie normalerweise am Ende solcher Schadensereignisse. In diesem Fall nehme man ausnahmsweise eine Zwischenerstattung vor, so das Unternehmen. Eva-Maria Simon wäre es derweil lieber, sie könnte ihren Telefonanschluss nutzen. Zwar habe sie ein Handy. Aber dessen Nummer habe nicht jeder. Drum sei der Festnetzanschluss so wichtig, sagt die Paußnitzerin, die in der örtlichen Kirchgemeinde aktiv ist, Konzerte organisiert und auch ansonsten gern Kontakte pflegt.

Ein Einzelfall ist Eva-Maria Simon unterdessen nicht. In Wunschwitz, einem Ortsteil von Nossen, gibt es beispielsweise ähnliche Probleme (SZ berichtete). Auch dort hat die Telekom eine Behebung zugesagt. Wie lange sich die Reparaturen in der Region noch hinziehen werden, kann der Konzern auf Nachfrage nicht sagen. „Wir sind dabei zum Teil von Faktoren abhängig, die wir nicht beeinflussen können“, so ein Sprecher.