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Abgeordneter befürchtet Stillstand auf Bahnhöfen

André Hahn (Linke) kritisiert, dass zu wenig für Barrierefreiheit getan wird. Da könne man sich mal was von Bayern abgucken.

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© Marko Förster

Sächsische Schweiz. Bei der Modernisierung von Bahnhöfen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge geht es nicht schnell genug voran. Das kritisiert der Gohrischer Linken-Bundestagsabgeordnete André Hahn. „Sachsen braucht mehr Dampf bei der Schaffung von Barrierefreiheit auf seinen Bahnhöfen“, erklärt er. Im hiesigen Landkreis gebe es für 25 Bahnstationen immer noch keine verbindliche Planungen. Im Kreis Meißen – auch er gehört zu Hahns Wahlkreis – betrifft das 15 Stationen. Es sei unklar, wann diese Bahnhöfe endlich für alle Reisenden nutzbar seien, so Hahn.

Anlass für Hahns Nachfrage ist das Zukunftsinvestitionsprogramm des Bundes, in dem nur zwei Bahnhöfe des Freistaates für einen barrierefreien Umbau berücksichtigt worden sind – Großröhrsdorf und Neugersdorf. In Hessen stehen dagegen beispielsweise 24 Stationen im Ausbauprogramm, in Bayern sind es immerhin 13. Die Bundesregierung verweist in einer Antwort an Hahn auf den Freistaat Sachsen. Dieser habe sich entscheiden, nur Maßnahmen in das Programm aufzunehmen, die bis Ende 2018 abgeschlossen werden können. Das seien eben nur zwei, keine davon im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Vom Freistaat seien auch keine Stationen nachgemeldet worden.

Barrierefreiheit geschaffen wurde seit 2004 in der Sächsischen Schweiz an den Haltepunkten Bad Schandau, Burkhardswalde-Maxen, Dohna, Lohmen und Mühlbach. In Arbeit ist der Bahnhof in Sebnitz, demnächst ausgebaut werden sollen Goßdorf-Kohlmühle (2017) und Schmilka-Hirschmühle (2021). Der Ausbau weiterer 25 Stationen ist nicht terminiert. „Das lässt vermuten, dass Sachsens Verkehrsministerium falsche Prioritäten setzt oder zu wenig Planungsvorlauf hat“, erklärt Hahn. (ds)