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Kamenz

Abgeordneter setzte sich für Bahngleise ein

Der Oßlinger Henry Nitzsche erinnert sich an einen unglaublichen Vorgang, der am Ende ohne Konsequenzen blieb.

Das denkmalgeschützte Viadukt über das Pulsnitztal bei Königsbrück rostet still vor sich hin.
Das denkmalgeschützte Viadukt über das Pulsnitztal bei Königsbrück rostet still vor sich hin. © Bernd Goldamm

Kamenz/Königsbrück. Vor 14 Jahren wurden in der Region die Gleise stillgelegter Bahnstrecken abgebaut. Heute wünschen sich die Bürgermeister von Anliegerkommunen eine Wiederbelebung z. B. der Bahnstrecke von Königsbrück nach Bernsdorf. Der Aufwand, die noch vorhandenen Bahndämme und Brücken zu reaktivieren, dürfte erheblich sein. „Das Stilllegungsverfahren war ein Skandal“, erinnert sich der damalige Wahlkreisabgeordnete im Bundestag, der Oßlinger Henry Nitzsche. Er war damals von Bürgern direkt angesprochen worden und hatte mehrere kritische Schreiben aufgesetzt. Eines zum Beispiel an den Konzernbeauftragten Hans Lücking der Deutschen Bahn AG, die seit Mitte der neunziger Jahre mehr auf Privatisierungen und Vermarktungen, als auf kundenfreundlichen Bahnservice gesetzt hatte.

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Insbesondere wollte Nitzsche damals Auskünfte über Auflagen an die Firma Roth AG, die die Gleise erworben hatte. Auch an die Bundesregierung direkt hatte sich Nitzsche gewandt und dabei auch nach möglichen „strafrechtlichen Konsequenzen“ gefragt, mit denen das Eisenbahnbundesamt reagieren könnte, sollte das Stilllegungsverfahren nicht ordnungsgemäß gewesen sein. Fakt ist, dass der Abriss von Bahnschienen nicht nur ohne Genehmigung erfolgte, sondern auch völlig an den Kommunen vorbei. Alle Beschwichtigungen, hier würden bald Radweg entstehen, hätten sich als Ablenkungsmanöver erwiesen. „Die Antwort des Ministeriums war ein Offenbarungseid“, erinnert sich Nitzsche. Von ihm geforderte strafrechtliche Konsequenzen habe es nie gegeben „Mir geht heute noch die Hutschnur hoch!“ (SZ)

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