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Abgeschobener Freund von Amri hatte viele Identitäten

Der nach Tunesien abgeschobene Bilal Ben Ammar stellte  mehrfach in Deutschland Asylanträge gestellt und beging etliche Straftaten.

Ein Archivbild vom Attentat am 20.12.2016 auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin, das  der Terrorist  Anis Amri mit einem Lastwagen verübt hatte.
Ein Archivbild vom Attentat am 20.12.2016 auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin, das der Terrorist Anis Amri mit einem Lastwagen verübt hatte. © Bernd von Jutrczenka / dpa

Berlin.  Bilal Ben Ammar (28), der nach Tunesien abgeschobene Islamist und Freund des Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri, hat sich in Deutschland unter verschiedenen Namen als Asylbewerber registrieren lassen und zahlreiche Straftaten verübt. Das geht aus dem Schreiben eines Beamten des Bundesinnenministeriums an eine Kollegin vom 16. Januar 2017 hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. In der E-Mail an die damalige Staatssekretärin und heutige US-Botschafterin in Washington, Emily Haber, geht es darum, dass Ben Ammar möglichst bald abgeschoben werden sollte.

Der Beamte zitiert darin Innenstaatssekretär Hans-Georg Engelke, indem er schreibt: "Das Verhetzungspotential (ein Begriff von Herrn Engelke, den ich sehr treffend finde) in dem Sachverhalt ist wieder enorm, allein schon wegen seiner 12 Aliasse". Einer Namensliste zufolge nannte sich der Tunesier Ben Ammar unter anderem Fathi Mheni, Abu Bakir Muawed und Ahmad Hassan. Er gab sich mal als Marokkaner, mal als Ägypter und dann wieder als Libyer aus.

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Ben Ammar war nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden 2014 zusammen mit anderen Tunesiern per Boot nach Italien und dann über die Schweiz nach Deutschland gekommen. Ben Ammar stellte unter anderem in Chemnitz einen Asylantrag. Er traf seinen Bekannten Anis Amri am 18. Dezember 2016, einen Tag bevor Amri in Berlin einen Lastwagen kaperte, damit über den Breitscheidplatz raste und zwölf Menschen tötete. Amri konnte nach dem Attentat nach Italien fliehen, wo er vier Tage später von der Polizei erschossen wurde.

Ben Ammar wurde am 1. Februar 2017 nach Tunesien abgeschoben. Der Untersuchungsausschuss des Bundestages, der mögliche Fehler der Behörden rund um den Anschlag aufklären soll, will ihn wahrscheinlich demnächst als Zeugen vernehmen. Ob er in Berlin oder Tunesien befragt werden soll, ist noch nicht entschieden. (dpa)

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