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Riesa

Notgelandeter Pilot legt Bahnverkehr lahm

Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte werden an die Bahnstrecke bei Frauenhain gerufen. Der Anlass dafür ist mehr als merkwürdig.

Ein Segelflieger musste notlanden. ©  dpa / Symbolbild

Röderaue. Erst hieß es, ein Zug sei mit einem Menschen kollidiert: Wegen eines angeblichen „Personenunfalls im Gleis“ war am 14. Juni um 18.45 Uhr die Dresdner Bundespolizei über einen Zwischenfall an der Bahnstrecke Großenhain-Elsterwerda im Ortsteil Frauenhain informiert worden. Als die Beamten vor Ort eintrafen, stellte sich der Fall dann jedoch völlig anders dar.

Wie die Polizei am Montag mitteilte, war ein 77-Jähriger mit seinem Segelflugzeug auf einem Feld, parallel zur Bahnstrecke Berlin-Prag, notgelandet. Durch den Zwischenfall war der Pilot möglicherweise orientierungslos und begab sich zur nahe gelegenen Böschung, um auf den Bahngleisen zum nächsten größeren Ort zu gelangen. Dabei kam dem Senior allerdings der Eurocity 179 entgegen. Der Mann flüchtete in Richtung Gegengleis – dort näherte sich in dem Moment allerdings ein Güterzug.

Beide Züge leiteten eine Notbremsung ein und kamen zum Stehen. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Der Pilot aus dem Kreis Nordsachsen verließ den Beinahe-Unglücksort zunächst, konnte wenig später aber durch eine Polizeistreife des Reviers Riesa festgestellt werden. 

Für Bahnfahrgäste hatte das Folgen: Der Streckenabschnitt blieb fast zwei Stunden lang komplett gesperrt. Aufgrund des Vorfalls waren zahlreiche Polizei- und Rettungskräfte vor Ort. Neben Bundes- und Riesaer Polizei waren auch Beamte der Landespolizei Brandenburg, das Notfallmanagement der Bahn, ein Feuerlöschzug der Freiwilligen Feuerwehr Elsterwerda und Rettungskräfte vom Roten Kreuz im Einsatz.

Die Bundespolizei hat nun gegen den Piloten ein Verfahren eingeleitet – wegen der „Vornahme einer betriebsstörenden Handlung“ und des Aufenthaltes im Gleisbereich. (SZ)