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Abgetaucht im Stadtbad

Damit die Badefreuden stets ungetrübt sind, haben die Radeberger Schwimmmeister Unfallquellen im Blick. Manchmal auch unter Wasser.

© Thorsten Eckert

Von Reiner Hanke

Radeberg. Bei dieser Affenhitze muss auch der Radeberger Schwimmmeister Gerd Lippmann offenbar einfach mal abtauchen. Allerdings nicht nur, um sich abzukühlen. Es hat einen ernsten Hintergrund. Er wechselt im Boden des Schwimmbeckens Kunststoffdüsen. Durch die strömt Wasser, das über den Rand schwappt, gefiltert wieder zurück ins Becken.

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Diese Düsen sind eine Schwachstelle. Sie verwittern durch die Sonneneinstrahlung, das Wasser und Chlor. Auch der Dauerbetrieb zehre an der Substanz. Das Material werde spröde und breche weg. Das sei freilich nicht nur eine funktionelle, eine technische Frage. Sondern auch eine der Sicherheit. Gerade im Nichtschwimmerbereich sei die Verletzungsgefahr nicht zu unterschätzen. Deshalb hat der Schwimmmeister immer ein Auge auf diese Teilchen. Im Bedarfsfall taucht Gerd Lippmann hinab und wechselt die Düsen. Das kann er schon fast im Schlaf.

Derzeit ist es vielleicht auch eine willkommene Erfrischung. Bei 25 Grad lag die Wassertemperatur gestern Mittag. Zwischen 20 und 40 Düsen wechsle das Team pro Jahr. Das soll aber bis zur kommenden Saison, also 2019 ein Ende haben. Denn die Stadt als Eigentümer investiert eine größere Summe. Sie stellt 25 000 Euro für den Umbau zur Verfügung. Den übernimmt dann der Stadtbadverein als Badbetreiber. Dann sollen alle Edelstahl-Kanaldeckel ausgetauscht werden. Die neuen Deckel haben eine integrierte Edelstahldüse. Sie haben unterschiedliche Maße und sind Spezialanfertigungen. Die sollen im Winter geliefert werden. Im Frühjahr müsse das Becken dann ohnehin gereinigt werden. Dann wird Gerd Lippmann die Kanalplatten gleich selber austauschen und künftig Kosten und Aufwand sparen.

In dieser Saison freilich noch nicht. Aber die Badegäste können natürlich trotzdem beruhigt und sicher im Becken unterwegs sein. Schließlich ist der Schwimmmeister in dieser Woche erst wieder abgetaucht. Gerade auch heute Abend. Dann lädt der Stadtbadverein alle Nachtschwärmer zum traditionellen Nachtbaden ein. Dafür wird das Bad zusätzlich von 20 Uhr bis 24 Uhr geöffnet. Und das erfrischende Bad gibt‘s auch noch bei freiem Eintritt.

Der Verein bestreitet übrigens in diesem Jahr bereits seine 21. Saison. Angesichts des anhaltenden Bombenwetters auch bisher eine sehr erfolgreiche. Auf jeden Fall besser als in den vergangenen drei bis vier Jahren, schätzt Michael Weber, der stellvertretende Vereinsvorsitzende ein. Aber abgerechnet werde am letzten Tag. Der Sommer ist ja noch längst nicht vorbei.

Derzeit sucht der Stadtbadverein auch noch Beachvolleyballer für das traditionelle Turnier am 25. August. Gesucht werden Teilnehmer bzw. Vierer-Teams. Es winken Ruhm und Ehre, kleinere Sachpreise und viel Spaß.