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ABB-Hochhaus-Abriss rückt näher

Mitten in der Stadt soll ein neuer Wohn- und Geschäftspark entstehen. Nun nimmt der Investor letzte Hürden.

© Sven Ellger

Von Annechristin Bonß

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Dresden. Noch scheint alles ruhig im Hochhaus an der Könneritzstraße. Der markante Bau aus DDR-Zeiten soll abgerissen werden. Investoren aus München sowie ein Architekturbüro aus Berlin planen auf der Fläche zwischen Jahn- und Laurinstraße einen Wohn- und Geschäftspark. Nun scheinen die Stadtplaner die letzten Hürden für das Vorhaben aus dem Weg zu räumen. Derzeit wird der Satzungsbeschluss für die Fläche vorbereitet. Danach muss noch die Baugenehmigung erteilt werden.

So könnte eine der drei neuen Straßen aussehen. In den Neubauten sollen Büros und Wohnungen entstehen.
So könnte eine der drei neuen Straßen aussehen. In den Neubauten sollen Büros und Wohnungen entstehen. © Nöfer Architekten

An der Könneritzstraße soll ein Torhaus mit mehrgeschossigen Flanken entlang der Straßenzüge entstehen. Dahinter sind Stadthäuser in terrassenartiger Bauweise geplant. Wer hier wohnt oder arbeitet, genießt den Blick auf die Innenstadt und deren historische Bauten. Zum Zwinger hin ist eine Allee geplant. Es entstehen drei neue Straßen und ein privater Spielplatz.

Das Vorhaben gibt dem Areal an der Grenze zwischen Innenstadt und Friedrichstadt ein komplett neues Aussehen. Dennoch hatten Kommunalpolitiker auch Kritikpunkte. Vor einem Jahr bereits wurden die Pläne öffentlich vorgestellt. Anwohner haben sich nicht daran beteiligt. Sie hatten wohl keine Einwände. Im Ortsbeirat Altstadt wurde vor allem die geplante Zufahrt zur Tiefgarage von der Könneritzstraße aus kritisiert. Dort ist die Straße nicht nur sehr eng, auch müssten die Autos auf dem Weg in die Garage den Rad- und Fußweg kreuzen. Das sei gefährlich, so die Meinung der Kommunalpolitiker. Die neuen Pläne sehen nun eine Ein- und Ausfahrt über die Laurinstraße vor.

Auf Vorschlag aus dem Ortsbeirat Altstadt hat sich der Investor zudem bereit erklärt, fünf Prozent der geplanten Wohnungen als Sozialwohnungen bereitzustellen. Noch könne nicht gesagt werden, wie viele solcher Wohnungen genau entstehen, sagt Christoph Mann vom Stadtplanungsamt. Das hängt davon ab, wie die Grundrisse in den Neubauten angelegt sind und wie viele Wohnungen insgesamt entstehen sollen. Ursprünglich war die Rede von 500 gewesen. Aktuell spricht der Stadtplaner nur noch von 300. Somit würde es in dem Komplex 15 Sozialwohnungen geben. „Insgesamt erwarten wir kein Luxusbauprojekt an dieser Stelle“, sagt er.

Die Mieter im ABB-Hochhaus werden dennoch wohl nicht in die Neubauten ziehen. Zwar sind hier auch Büros vorgesehen. Dafür wird die Miete aber höher als bisher sein. Derzeit werden die Räume im DDR-Gebäude für fünf Euro warm pro Quadratmeter vermietet. Dafür nehmen die Mieter die schlechte Gebäudequalität im gänzlich unsanierten Haus in Kauf. Viele Jungunternehmer und Vereine nutzen das günstige Angebot – mit dem Wissen, dass der Mietvertrag schnell gekündigt werden kann, sobald der Abriss beginnen soll.

Bisher droht noch keine Kündigung. Das bestätigt Martin Seidel, Geschäftsführer im Sächsischen Umschulungs- und Fortbildungswerk (SUFW). Das ist mit seinem Sozialkaufhaus einer der Hauptmieter im Gebäude. Seidel rechnet nicht mit einer Kündigung in diesem Jahr. Das werde wohl eher Mitte 2018, vielleicht auch erst im Herbst, sagt er. Mit dem Investor steht er in Kontakt. Auch die Stadtplaner wollen sich noch nicht zum Baustart festlegen. Bis Satzung und Baugenehmigung durch sind, vergehen sicher noch sechs Monate. Das hält auch Architekt Tobias Nöfer für realistisch. Erst mit der Satzung könne richtig losgeplant werden, sagt er. Wie viele Wohnungen entstehen, werde erst dann entschieden. Große Hindernisse sind bis dahin nicht mehr zu erwarten. Der Ortsbeirat Altstadt stimmte der aktuellen Vorlage zu. Anfang Juni entscheidet der Stadtrat.