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Abriss-Stopp am Trafohaus

Ein Gebäude der ehemaligen Zinkweißhütte in Bernsdorf wird ein Fledermaus-Quartier.

Von Ralf Grunert
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Eigentlich sollte das Trafohäuschen an der Eichgartenstraße bereits abgerissen sein. Nun wird es zu einem Fledermaus-Quartier umfunktioniert und hergerichtet.
Eigentlich sollte das Trafohäuschen an der Eichgartenstraße bereits abgerissen sein. Nun wird es zu einem Fledermaus-Quartier umfunktioniert und hergerichtet. © Foto: Ralf Grunert

Bernsdorf. Für rund 1,1 Millionen Euro hat die Stadt Bernsdorf bereits im vergangenen Jahr den Auftrag zum Abriss der Industriebrache Zinkweißhütte ausgelöst. Jetzt fallen zusätzliche Kosten an. Über einen Gesamtbetrag von etwas mehr als 60 000 Euro hat der Stadtrat unlängst entschieden.

So verursachen beim Abriss angefallene Materialien zusätzliche Kosten, wie Bürgermeister Harry Habel (CDU) erläuterte. Eine neue Vorschrift, die erst Ende letzten Jahres in Kraft getreten ist, besagt, dass die vorhandene Dachpappe, wenn sie auch nur in irgendeiner Form und selbst minimalster Konzentration Asbest enthält, als Gefahrgutabfall zu entsorgen ist. Bislang waren die Vorschriften weniger streng. Daraus resultieren nun deutliche Mehrkosten. Es geht um etwas mehr als 40 000 Euro.

Auch Naturschutzbelange sorgen für eine Kostensteigerung. So muss das ehemalige Trafohaus der Zinkweißhütte als Fledermaus-Quartier hergerichtet werden, nachdem in einer der inzwischen abgerissenen Hallen Fledermäuse gesichtet worden waren. Hinzu kommt das Aufhängen von 16 Vogelnistkästen, unter anderem für Turmfalken, und zwei Fledermausnistkästen als Ersatzmaßnahme. Letzteres ist bereits erledigt, war auf Nachfrage vom zuständigen Abriss-Planer Uwe Röllich zu erfahren. Am Montag dieser Woche wurden die restlichen Nistkästen in Bäumen im Umfeld der Industriebrache aufgehängt. Für das bevorstehende Nist- und Brutgeschehen ist das allemal noch rechtzeitig geschehen.

Zeitnah wird nun auch das ehemalige Trafohäuschen der Zinkweißhütte, das eigentlich längst abgerissen sein sollte, wieder hergerichtet, um seinen Zweck als Fledermaus-Quartier zu erfüllen. Die bereits entfernten Türen müssen wieder eingebaut werden. Diverse Öffnungen und möglichst alle Lichtdurchlässe sind zu verschließen, damit keine ungebetenen Gäste ins Innere des Gebäudes gelangen können und dieses zudem möglichst abgedunkelt ist. Den Fledermäusen reichen klitzekleine Spalten, um in ihr neues Domizil zu gelangen. Und da das nicht nur eine Übergangs-, sondern eine Dauerlösung im Sinne des Naturschutzes darstellt, sind auch am Trafohäuschen selbst noch einige Reparaturen vorzunehmen, wie der Bauplaner sagt. So müssten das Dach sowie Teile der Dachrinne in Ordnung gebracht werden.

Erfahrungen im Umgang mit dem Thema Fledermäuse wurden in der Stadt Bernsdorf bereits gesammelt. Bei der Fassaden-Sanierung an der Sporthalle in Straßgräbchen waren im Spätsommer 2017 neben Schwalben- auch zahlreiche Fledermausnester entdeckt worden. Da diese Nester im Zuge der Baumaßnahme beseitigt werden mussten, kam die Stadt nicht umhin, für Ersatz zu sorgen. Auch hier gab es dadurch außerplanmäßige Mehrkosten, die sich im vierstelligen Bereich bewegten.

Zurück zum Abriss der Zwinkweißhütte: Neben dem Trafohäuschen, dabei handelt es sich um einen Flachbau an der Eichgartenstraße, stehen vom einstigen Betrieb aktuell nur noch das ehemalige Verwaltungsgebäude an der B 97 und der einstige Verladeturm auf der östlichen Seite der Eichgartenstraße. Während das Verwaltungsgebäude aus Gründen des Denkmalschutzes weiter stehen bleiben soll, wird der Verladeturm noch abgerissen, kündigte Planer Röllich an. Aufgrund der Nähe zu den Firmen-Gebäuden auf dem Nachbargrundstück sei am Turm kein schweres Gerät wie auf dem Rest des Zinkweißhütten-Geländes zum Einsatz gekommen. Hier muss vorsichtiger zu Werke gegangen und manches in Kleinarbeit erledigt werden.