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Kamenz

Abriss-Stopp am Trafohaus

Das Trafohäuschen an der Zinkweißhütte in Bernsdorf wird jetzt als Fledermaus-Quartier hergerichtet. Vogel-Nistkästen hängen bereits.

Fledermäuse finden im Trafohaus ein neues Zuhause. © dpa

Bernsdorf. Für rund 1,1 Millionen Euro hat die Stadt bereits 2018 den Auftrag zum Abriss der Industriebrache Zinkweißhütte ausgelöst. Jetzt fallen zusätzliche Kosten an. Über einen Gesamtbetrag von etwas mehr als 60 000 Euro hat der Stadtrat unlängst entschieden. So verursachen beim Abriss angefallene Materialien zusätzliche Kosten, wie Bürgermeister Harry Habel (CDU) erläuterte. Eine neue Vorschrift besage, dass die vorhandene Dachpappe, und wenn sie auch nur in minimalster Konzentration Asbest enthält, als Gefahrgutabfall zu entsorgen ist. Daraus resultieren nun Mehrkosten von etwa 40 000 Euro.

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Auch Naturschutzbelange sorgen für eine Kostensteigerung. So muss das ehemalige Trafohaus der Zinkweißhütte als Fledermaus-Quartier hergerichtet werden, nachdem in einer der inzwischen abgerissenen Hallen Fledermäuse gesichtet worden waren. Hinzu kommt das Aufhängen von 16 Vogelnistkästen, unter anderem für Turmfalken, und zwei Fledermausnistkästen als Ersatzmaßnahme. Letzteres ist bereits erledigt, war auf Nachfrage vom zuständigen Abriss-Planer Uwe Röllich zu erfahren. Am Montag dieser Woche wurden die restlichen Nistkästen in Bäumen im Umfeld der Industriebrache aufgehängt. Für das bevorstehende Nist- und Brutgeschehen ist das allemal noch rechtzeitig geschehen.

Kein Licht durch hineinkommen

Zeitnah wird nun auch das ehemalige Trafohäuschen der Zinkweißhütte, das eigentlich längst abgerissen sein sollte, wieder hergerichtet, um seinen Zweck als Fledermaus-Quartier zu erfüllen. Die bereits entfernten Türen müssen wieder eingebaut werden. Diverse Öffnungen und möglichst alle Lichtdurchlässe sind zu verschließen, damit keine ungebetenen Gäste ins Innere des Gebäudes gelangen können und dieses zudem möglichst abgedunkelt ist. Und da das nicht nur eine Übergangs-, sondern eine Dauerlösung im Sinne des Naturschutzes darstellt, sind auch am Trafohäuschen selbst noch einige Reparaturen vorzunehmen, wie der Bauplaner sagt. So müssten das Dach sowie Teile der Dachrinne in Ordnung gebracht werden.

Erfahrungen im Umgang mit dem Thema Fledermäuse wurden in Bernsdorf bereits gesammelt. Bei der Fassaden-Sanierung an der Sporthalle in Straßgräbchen waren 2017 neben Schwalben- auch zahlreiche Fledermausnester entdeckt worden. Da diese Nester beseitigt werden mussten, kam die Stadt nicht umhin, für Ersatz zu sorgen. Auch hier gab es dadurch außerplanmäßige Mehrkosten, die sich im vierstelligen Bereich bewegten. Neben dem Trafohäuschen stehen vom einstigen Betrieb aktuell nur noch, das ehemalige Verwaltungsgebäude an der B 97 und der Verladeturm an der Eichgartenstraße. Während die denkmalgeschützte Verwaltung stehen bleiben soll, wird der Verladeturm noch abgerissen. Aufgrund der Nähe zu den Firmen-Gebäuden auf dem Nachbargrundstück wird am Turm kein schweres Gerät wie auf dem Rest des Zinkweißhütten-Geländes zum Einsatz kommen. Hier muss vorsichtiger zu Werke gegangen werden, heißt es ausdrücklich. (SZ/rgr)