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Abschied mit Erfolg

Christian Ahlmann springt beim letzten Ritt auf Taloubet zum Sieg im Leipziger Weltcup.

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© dpa

Von Michael Rossmann

Ein besseres Happy End mit großen Emotionen und einigen Tränen hätte sich kein Drehbuchautor ausdenken können. Bei seinem letzten Auftritt mit dem Weltklasse-Hengst Taloubet hat Springreiter Christian Ahlmann beim Weltcup-Turnier in Leipzig den ersten Platz belegt. „Schöner kann es nicht kommen“, kommentierte der 43-Jährige mit feuchten Augen diesen außergewöhnlichen Triumph. „Ich kann es nicht richtig in Worte fassen.“

Der Marler gewann am Sonntag vor etwa 6 000 Besuchern mit Taloubet erneut den Großen Preis, zugleich die zehnte Etappe des Weltcups. Er ritt mit dem 18-jährigen Hengst deutlich die beste Zeit des Stechens und blieb fehlerfrei.

Für Ahlmann war der Abschied besonders, da er 2011 in der gleichen Messehalle mit dem selben Pferd Weltcupsieger geworden war. Außerdem gewann er mit Taloubet zweimal den Großen Preis. „Im Parcours ist er wie ein heißgekochter Ferrari, der sofort von null auf 100 geht und jeden Sprung aus jeder Wendung springen kann“, beschreibt der Doppel-Europameister von 2003 sein Ausnahmepferd. „Dieser Kampfgeist, diese Qualität, Schnelligkeit und Sprungkraft sind einfach abnormal.“ Mit Taloubet gewann der derzeit erfolgreichste deutsche Reiter außerdem 2012 das Top-Ten-Finale und viele Große Preise, beispielsweise in Hannover, Helsinki, Paris und Stuttgart. Bei Olympia 2016 in Rio de Janeiro trug der Hengst den Reiter zu Bronze. Von Montag an darf er nach seinem letzten Sporteinsatz auf die Weide und kommt vermehrt in der Zucht zum Einsatz.

Dass auch der Sprinreiter ein Ausnahmeathlet ist, bewies Ahlmann bereits am Sonnabend. Mit einem von seiner belgischen Freundin Judy Ann Melchior geliehenen Pferd, der 13-jährigen Stute Ailina, ritt er im Championat von Leipzig auf Platz eins. „Ich bin viel Risiko gegangen und hatte das Glück des Tüchtigen.“ (dpa)