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Abschied von prominenten Mitbürgern

Lothar Heinicke, Siegfried Ebermann, Adolf Kiertscher: Auch 2015 sind bekannte Gesichter aus der Region gestorben.

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© Foto: MKL-NEWS / Marco Klinger

Von Jan Lange

Die Sächsische Zeitung erinnert an bekannte Mitbürger, die dieses Jahr von uns gingen:

Siegfried Ebermann
Siegfried Ebermann © Archiv
Lothar Heinicke
Lothar Heinicke © Archiv
Mario Suske
Mario Suske © Archiv

April

Als Schwimmmeister und Betriebsleiter war Reiner Herrling 43 Jahre eng mit dem Waldstrandbad in Großschönau verbunden. Der passionierte Sportschwimmer und Wasserballer gründete nach der Wende mit Gleichgesinnten den Bund Deutscher Schwimmmeister, dessen zweiter Vorsitzender er lange war. Für sein Engagement erhielt er unter anderem die Goldene Ehrennadel des Verbandes. Ende April ist Reiner Herrling mit 73 Jahren gestorben.

Mai

„Ohne Musik kann ich nicht leben“ – lautete das Motto von Adolf Kiertscher. Am 24. Mai ist er mit 72 Jahren gestorben. Er gründete Mitte der 1960er Jahre die Kapelle Oberland. 2010 gab er die Leitung ab, machte aber weiter Musik. Nun ist er für immer verstummt.

Die Großschönauer Autorin Susanne Kother ist am 3. Mai mit 82 Jahren gestorben. Das Schreiben entdeckte die Bäuerin erst im Alter für sich. 2005 veröffentlichte sie ihr erstes Buch „Birken im Wind“, 2007 erschien „Fruchtbare Felder“.

Für die Sächsische Zeitung hat Manfred Titscher eine ganze Reihe spannender Artikel verfasst – viele davon drehten sich um die Geschichte der Stadt Zittau. Aber auch die Brunnen der Stadt übten auf ihn einen besonderen Reiz aus. Vor einigen Jahren erschien sein Buch „Die Zierbrunnen der Stadt Zittau“. Am 23. Mai ist Manfred Titscher mit 78 Jahren verstorben.

Juli

Ein Leben ohne Gartenarbeit konnte sich Siegfried Ebermann nicht vorstellen. Bereits 1985 hatte ihn die Abteilung Landwirtschaft des Rates der Stadt Zittau in den Vorstand des damaligen Verbandes der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter delegiert, wo er von 1990 bis 2013 als Vorsitzender fungierte. Neben dem Beruf blieb genug Zeit für das Hobby im Grünen.

August

Helmut Augst war von Juni 1945 an am Zittauer Theater angestellt – zunächst als Schlosser und Maschinist, später als Technischer Direktor, bis 1987. Augst arbeitete in dieser Zeit unter zwölf Intendanten. Für seine Verdienste wurde er zum Ehrenmitglied des Theaters ernannt. Am 21. August ist er mit 93 Jahren verstorben. Zuvor nahm ihn auch der Verein „Freunde des Zittauer Theaters“ als Ehrenmitglied auf.

September

Viele Jahre ist Lothar Heinicke das Gesicht von Ebersbach gewesen. Am 15. September ist der frühere Bürgermeister im Alter von 75 Jahren verstorben. Nach seinem Renteneintritt blieb Lothar Heinicke weiter aktiv. So setzte er sich im Kreisseniorenrat für die Belange Älterer ein. 2007 übernahm er gemeinsam mit anderen Akteuren die Organisation der Seniorenmesse und holte die Veranstaltung ins Oberland. Ein Projekt, das ihm bis zuletzt am Herzen lag.

Roland Gnauck wurde 1974 Sektionsleiter der Zittauer Bergsteigergemeinschaft. Diese Funktion führte er bis 1989 mit hohem Engagement aus. Am 29. September starb der Olbersdorfer mit 79 Jahren.

Oktober

Der Großschönauer Gemeinderat Mario Suske (CDU) ist am 11. Oktober im Alter von 53 Jahren unerwartet verstorben. Mario Suske saß seit 2009 für die Christdemokraten im Gemeinderat von Großschönau. In den vergangenen Jahren führte er auch die achtköpfige CDU-Fraktion und war Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes. In seiner Freizeit engagierte sich der Waltersdorfer ebenso im Großschönauer Anglerverein, dessen Chef er viele Jahre war.

November

Der Zittauer Hochschullehrer Siegfried Illgen entwarf vor 32 Jahren die Oybiner Camera obscura neu und baute sie mit Studenten wieder auf. Am 31. August 1983 feierte sie Wiedereröffnung. Die Oybiner war damals die einzige Camera obscura im deutschsprachigen Raum. Siegfried Illgen, der auch über zehn Jahre Chef des Vereins „Historische Mönchszüge – Berg Oybin“ war, starb am 17. November mit 81 Jahren.