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Döbeln

Abtasten im Ratssaal

Bei der konstituierenden Sitzung an diesem Donnerstag sehen sich einige der Stadträte zum ersten Mal. Allen geht es um die Stadt, nicht um Parteipolitik.

Roßweins CDU-Chef Hubert Paßehr hat einige Verluste zu beklagen, schaut aber optimistisch in die Zukunft. © André Braun

Roßwein. Zwar hat die CDU mit neun von 22 Sitzen im Stadtrat immer noch die Mehrheit. „Aber wir haben zwei in der Kommunalpolitik erfahrene Mitglieder verloren“, sagt CDU-Chef Hubert Paßehr. Er ist trotzdem optimistisch: „Mit Daniel Müller bekommen wir einen jungen, dynamischen Mitstreiter in unsere Mitte. Er hat schon eine Menge Staub gewischt und engagiert sich.“ 

Einig seien sich alle neu gewählten CDU-Räte, dass sie mit allen Fraktionen zum Wohl der Stadt zusammenarbeiten wollen. „Wir schließen niemanden aus, sofern für Roßwein etwas Vernünftiges rauskommt. Wer auf kommunalpolitischer Ebene Parteiinteressen in den Vordergrund schiebt, hat verloren“, so der CDU-Mann.

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Eine ausgedehnte Fahrradtour ist fabelhaft – wenn sie gut vorbereitet ist.

Ein wichtiges Anliegen sei auch für den neuen Stadtrat, die regionale Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) weiter voranzutreiben, sagt Paßehr. Dabei denkt er vor allem an den dringend notwendigen Ausbau der Bahnstrecke von Döbeln nach Dresden.

Neuland ist die Stadtratsarbeit für die vier Vertreter der AfD. „Wir wollen die anderen Fraktionsmitglieder erst einmal kennenlernen und schauen, wer mit uns zusammenarbeiten will“, sagt Heinz Robert Backofen, der bei der Wahl im Mai von allen Kandidaten die meisten Stimmen holte. Bislang habe lediglich Uwe Hachmann von der SPD Kontakt zu ihm gesucht. Auch für ihn und seine Mitstreiter stehe die projektbezogene Arbeit im Vordergrund.

Sachpolitik mit Sachverstand

„Wir stehen seit jeher für eine Zusammenarbeit mit allen, die etwas für das Gemeinwohl erreichen möchten“, sagt Uwe Hachmann, Chef der dreiköpfigen SPD-Fraktion. Er nimmt dabei auch die AfD nicht aus. „Solange die Vorschläge und Meinungen gut für Roßwein und die Bürger sind, werden wir sie unterstützen“, so Hachmann. Die Politik auf kommunaler Ebene habe aus seiner Sicht nichts mit der Landes- oder Bundespolitik zu tun. 

„Die Vertreter der AfD seien schließlich demokratisch gewählt worden“, meint Hachmann. Kurz nach der Wende habe er schon einmal miterleben müssen, wie gute Vorschläge der Linken oder auch der SPD vom damaligen CDU-Bürgermeister und mithilfe der CDU-Fraktion abgeschmettert worden sind, nur weil sie von der falschen Partei kamen.

Drei Sitze hat die Bürgerwählergemeinschaft Roßwein-Niederstriegis errungen. „Wir haben nicht vor, mit einer anderen Partei eine größere Fraktion zu bilden“, sagt Iris Claassen. „Es geht im Stadtrat um Sachpolitik“, sagt sie auch im Hinblick auf die neuen Stadtratsmitglieder von der AfD. „Ich hoffe bei ihnen auf den notwendigen Sachverstand.“ Wenn die Interessen der Stadt im Vordergrund stünden, sehe sie kein Problem, auch Vorschläge der AfD-Stadträte unterstützen zu können.

Peter Krause von der Fraktion Die Linke ist derselben Auffassung wie seine bisherigen Ratskollegen. Den neuen will er erst einmal eine Chance geben, sich zu engagieren und sich kommunalpolitisch zu etablieren. (DA/mit sig)

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