Infomercial

Mit Kälte gegen den Klimawandel

Mit einer neuen Technologie schafft es ein Team der TU Dresden, aus Abwärme Kälte für den Supermarkt zu gewinnen. Das ist nachhaltig und spart Kosten. Wie geht das?

Oliver Ziegler vor der Kältemaschine der TUD.
Oliver Ziegler vor der Kältemaschine der TUD. © Jürgen Lösel

Wenn Oliver Ziegler im Supermarkt vor einem Kühlregal steht, denkt er nicht an Lebensmittel, sondern an Kälteerzeugung und Energieeinsparung. Denn der Energietechniker der TU Dresden koordiniert seit 2017 mit seinem Team den Bau und Betrieb einer wärmegetriebenen Kältemaschine. Unweit von Stuttgart rüstete die Edeka-Handelsgesellschaft Südwest 1 300 Quadratmeter Verkaufsfläche um, denn der Markt sollte effizienter mit Strom und Wärme versorgt werden. Die Wissenschaftler rieten zum Einsatz eines Blockheizkraftwerkes. Der Clou: Die nicht genutzte Wärme wird in Kälte umgewandelt. Ziegler bekam die Chance im Zuge eines vom Bundesministerium für Wirtschaft geförderten Projektes namens ResoField die Idee einer sogenannten Resorptionskälteanlage umzusetzen.

Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?

Hier finden Sie alles, was Sie fürs Sanieren, Renovieren oder Bauen Ihrer eigenen vier Wände brauchen.

Die Technologie der Kälteerzeugung mittels Nutzung von Wärme ist nicht neu. „Aber die Schwachstellen herkömmlicher Anlagen bestehen in hohen Investitionskosten und der baulichen Komplexität.“ Das machte es bisher unmöglich, wärmegetriebene Anlagen mit dem Kältemittel Ammoniak für kleinere Anwendungen, wie in Supermärkten, zu nutzen. „Diese Probleme haben wir gelöst.“ Jetzt können alle benötigten Energieformen des Marktes – Kälte, Wärme und Strom – gekoppelt und somit die Effizienz erheblich gesteigert werden. Der Test bei Edeka zeigt, dass die neue Kältemaschine funktioniert. „Ein Supermarkt verbraucht etwa 60 000 Kilowattstunden im Jahr – durch unsere Technologie können die konventionellen Kühlanlagen 30 bis 50 Prozent Strom einsparen. Der kommt jetzt aus der Abwärme des Blockheizkraftwerkes.“ Oliver Ziegler schreibt dazu jetzt seine Dissertation. Die Entwicklung könnte bald nicht nur Supermärkte, sondern ganze Lebensmittellager nachhaltig kühlen. 

tu-dresden.de/ing/maschinenwesen/iet/kkt

Von Peter Ufer

Hier gelangen Sie zur Übersichtsseite der TU Dresden.