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AC-Florenz-Kapitän tot aufgefunden

Davide Astori, Kapitän des AC Florenz, Nationalspieler und gerade erst Vater geworden, stirbt in seinem Hotelzimmer. Am Sonntag ist an Fußball nicht zu denken. Die italienische Liga sagt alle sieben Spiele ab.

© dpa

Rom. Der italienische Fußball steht unter Schock: Der Kapitän des italienischen Erstligisten AC Florenz, Davide Astori, ist am Sonntag tot aufgefunden worden. Der 31 Jahre alte Nationalspieler starb in der Stadt Udine, wo Florenz am Sonntag antreten sollte. Der Oberstaatsanwalt von Udine bestätigte Medienberichte, nach denen Astori einen Herzstillstand erlitten hatte.

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Seine Mannschaftskollegen fanden ihren toten Kapitän am frühen Morgen in seinem Hotelzimmer. Sie wollten nachsehen, weil er nicht zum Frühstück gekommen war. Vor dem Hotel versammelten sich spontan Fans, die Liga sagte alle Spiele am Sonntag ab. Italiens Fußballverband sprach der Familie Astoris sein Beileid aus – „im Namen der Manager, Techniker und Mitarbeiter, die Davide in vielen Jahren seiner Reise mit der Nationalmannschaft gekannt und geschätzt haben“. Astori hinterlässt eine Frau und eine zweijährige Tochter.

Francesco Totti, früherer Fußballstar und Kapitän des AS Rom, zeigte sich schockiert und fassungslos. „Ich fühle mit der Familie und den Freunden von Davide Astori“, schrieb er. Italiens Torwartlegende Gianluigi Buffon teilte mit: „Du warst einer der Besten im Sport, die ich getroffen habe. Ruhe in Frieden, Dein Gigi.“ Der Innenverteidiger, geboren in der norditalienischen Lombardei, begann seine Karriere in der Jugendakademie des AC Mailand, sein Erstligadebüt feierte er im Jahr 2008 bei Cagliari Calcio. Nach sechs Jahren wechselte er für ein Jahr auf Leihbasis zum AS Rom, danach 2015 zu Florenz. Erst kürzlich hatte er dort seinen Vertrag bis 2022 verlängert. Astori bestritt 14 Länderspiele für Italien und erzielte dabei ein Tor. Zuletzt war er im September gegen Israel für die Squadra Azzurra aufgelaufen.

Im Fußball hatte es in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder plötzliche Todesfälle von Profis gegeben. Zu den bekanntesten zählte der Kameruner Nationalspieler Marc-Vivien Foe (28), der im Juni 2003 beim Confed Cup zusammenbrach und später verstarb. Trainer war damals Winfried Schäfer. Im Februar 1993 war der Rumäne Michael Klein während eines Lauftrainings mit dem Team von Bayer Uerdingen an Herzversagen verstorben. Im April 1998 erlitt Zweitliga-Profi Axel Jüptner von Carl Zeiss Jena einen Herzinfarkt und verstarb. Ursache war eine unentdeckte Entzündung des Herzmuskels. (dpa/mit sid)