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Acht neue Fahrzeuge für den Rettungsdienst

Für die Erneuerung der Fahrzeugflotte gibt der Kreis fast eine Million Euro aus – und schafft einen „Quantensprung“.

Von Ralf Grunert

Bautzen. Der Rettungsdienst im Landkreis Bautzen hat bis Ende September rund 63 000 Einsätze geleistet. Aufs Jahr gesehen werden es mehr als 80 000 werden. Die dafür zur Verfügung stehende Flotte besteht aus 70 Fahrzeugen, wobei zum Beispiel ein Notarzteinsatzfahrzeug jährlich bis zu 75 000 Kilometer abspult.

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Auch Rettungswagen, die bei Unfällen und lebensbedrohlichen Erkrankungen ausrücken, und Krankentransportwagen, mit denen nicht lebensbedrohlich erkrankte Patienten befördert werden, haben so hohe Laufleistungen, dass sie gewöhnlich im Rhythmus von etwa sechs Jahren ersetzt werden müssen.

Am Freitag wurden in der Rettungswache in Hoyerswerda fünf neue Fahrzeuge an die künftigen Nutzer übergeben. Drei weitere Fahrzeuge sind bereits im Einsatz. In Summe hat sich der Landkreis Bautzen die Anschaffung rund 960 000 Euro kosten lassen. Ein Notarzteinsatzfahrzeug wird in der Rettungswache Kamenz stationiert sein, ein Rettungswagen in der Bautzener Wache West.

Die Krankentransportwagen verteilen sich auf die Wachen Kamenz, Hoyerswerda, Königswartha und Bischofswerda, wobei Kamenz und Hoyerswerda je zwei zugeteilt wurden. Damit ist das gesamte Gebiet des Landkreises mit neuen Rettungsfahrzeugen abgedeckt.

Bessere Ausstattung der Fahrzeuge

Gegenüber dem Vorgängermodell bedeutet der neue Krankentransportwagen einen „Quantensprung“, wie Thomas Scheffel erläuterte. Der Sachbearbeiter Rettungsdienst im Landratsamt verwies auf die Ausstattung unter anderem mit Beatmungseinheit, Defibrillator, EKG, Notfallkoffer und Vorbereitung für die mobile Datenerfassung. Die luftgefederte Hinterachse und die Klimatisierung sorgen für einen höheren Komfort beim Transport.

Im Gegensatz zu allen anderen am Freitag übergebenen Fahrzeugen handelt es sich beim Rettungswagen um keine Neuanschaffung, sondern um das zweitälteste Fahrzeug dieser Art, das in Deutschland unterwegs ist, allerdings komplett neu aufgebaut, angefangen beim Fahrgestell bis hin zum Kofferaufbau, in dem die Patienten befördert und behandelt werden können. Hier hat der Landkreis 20 000 Euro gespart.

Eine Besonderheit wurde am Freitag auch am Notarzteinsatzfahrzeug vorgestellt. Es handelt sich um die Warnbeleuchtung. Neuerdings machen kleine Blitzer in den Seitenbegrenzungen und im Stoßfänger an der Fahrzeugfront zusätzlich auf das Fahrzeug im Notfall-Einsatz aufmerksam. Hinzu kommt ein Rückwarnsystem im Blaulichtbalken auf dem Dach des Autos, dessen blendend-gelbes Licht nicht zu übersehen ist.

Die neuen Nutzer der acht angeschafften Fahrzeuge sind der Malteser Hilfsdienst in Hoyerswerda, der Kreisverband Bautzen des Deutschen Roten Kreuzes und die ASG Ambulanz Leipzig im Raum Kamenz. Die Leiter der Rettungswachenbereiche nahmen die Fahrzeuge persönlich in Empfang. Die Anschaffungskosten, so der Hinweis der Landkreis-Beigeordneten Birgit Weber, werden vollständig durch die Krankenkassen refinanziert.