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Achtjährige muss als Zeugin aussagen

Ein 43-Jähriger soll sich an seiner eigenen Tochter vergangen haben. Der Mann bestreitet das.

© dpa

Von Alexander Schneider

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In Prozessen um Kindesmissbrauch müssen Gerichte oft erst viele Jahre nach den Taten ein Urteil fällen. Oft liegt es daran, dass sich die Opfer erst viele Jahre, manchmal Jahrzehnte später offenbaren. Im aktuellen Prozess, der am Donnerstag vor dem Amtsgericht Dresden begonnen hat, liegen die Dinge etwas anders. Das mutmaßliche Missbrauchsopfer hatte Ende 2015, gerade fünf Jahre alt, seinem Opa erzählt, was der Papa gemacht habe. Das ist nun fast drei Jahre her.

Anklage wurde im Januar 2018 erhoben, nach immerhin zwei Jahren. Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte zwischen Sommer 2014 und dem 19. Dezember 2015 dreimal sexuelle Handlungen vor und mit seiner Ende 2010 geborenen Tochter begangen haben. Tatort ist laut Anklage die Wohnung des inzwischen von seiner Ehefrau getrennt lebenden Vaters, bei dem die Geschädigte und ihre beiden Brüder regelmäßig das Wochenende verbracht hatten. Der 43-Jährige habe sich in das Kinderzimmer zu seiner Tochter gesetzt, habe sich vor ihr befriedigt und sich auch zu ihr ins Bett gelegt. Er muss sich wegen Missbrauchs von Kindern in zwei und schweren Missbrauchs in einem Fall verantworten.

Zum Prozessauftakt erklärte Verteidiger Andreas Boine, sein Mandant, ein seit Jahren arbeitsloser Deutscher, bestreitet die Vorwürfe und werde darüber hinaus keine Angaben machen. Auch das bekommen Richter in solchen Prozessen oft zu hören. Die Konsequenz ist, dass ihnen nichts anders übrig bleibt, als die Geschädigten erneut zu vernehmen. Gerade für Kinder, die zuvor schon zu Hause bei der Mutter, später bei der Polizei, manchmal zusätzlich vor einem Richter per Video-Vernehmung, und schließlich bei einer Glaubwürdigkeitsgutachterin dazu befragt wurden, sind solche Vernehmungen besonders schwierige, manchmal traumatische Situationen. Nachmittags war auch das Schöffengericht gezwungen, unter Ausschluss der Öffentlichkeit das achtjährige Mädchen zu befragen. Unverständlich ist, dass sich weder die Mutter noch der Großvater, beide wurden vorher vernommen, an Einzelheiten erinnerten, was ihnen das Kind erzählt hatte. Der Prozess wird fortgesetzt.