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Achtung, Baustelle

Der Landkreis baut 2018 mehr, als er sich eigentlich leisten könnte. Der Grund dafür liegt in der Vergangenheit.

© Egbert Kamprath

Von Domokos Szabó

365 Tage für Patienten da

Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Vize-Landrat Heiko Weigel hat die Zahlen schon mehrfach überschlagen. Um den Zustand der Kreisstraßen nach und nach durch Sanierung zu verbessern, würde das Landratsamt jedes Jahr acht Millionen Euro brauchen. Das ist eine Summe, die das Straßennetz (insgesamt rund 600 Kilometer) noch verträgt. Denn wenn gebaut wird, müssen Absperrungen und Umleitungen her, was die Autofahrer nervt. Zudem gilt es, die Bauvorhaben von Freistaat und Rathäusern zu berücksichtigen.

Um die Kreisstraßen wenigstens in Schuss zu halten, würden schon fünf Millionen Euro reichen. Aber selbst das könnte ein Problem werden, denn der Landkreis ist finanziell schwach auf der Brust. Sparen ist angesagt. Trotzdem liegt eine lange Liste auf dem Tisch von Heiko Weigel. „Wir arbeiten parallel an 48 Vorhaben“, sagt er. Dass es so viele sind, liegt auch an einer Katastrophe in der Vergangenheit. 2013 setzten Hochwasser und Überflutungen in etlichen Orten der Infrastruktur zu. Noch heute sind nicht alle Schäden beseitigt. So werden 2018 etwa die Verbindung zwischen Göppersdorf und Gersdorf sowie im Neustädter Ortsteil Krumhermsdorf die Ortsdurchfahrt in Ordnung gebracht. So sehr man im Landratsamt über die zusätzlichen Mittel froh ist, wissen die Verantwortlichen auch, dass Hochwasser leider nicht nur kaputte Straßen trifft. Das Geld muss also auch für Abschnitte eingesetzt werden, die allem Anschein nach in Ordnung sind.

Oft fragen sich Autofahrer, warum solche Strecken überhaupt erneuert werden. Beigeordneter Weigel vergleicht das mit der zusätzlichen Wärmedämmung für ein bestehendes Haus. Dessen Aussehen verändert sich dadurch nicht. Den Unterschied macht dann die Betriebskostenabrechnung. Ähnlich hat das Landratsamt für sanierte Straßen in den Folgejahren weniger Aufwendungen. Auch wenn das Fahrgefühl für die Autofahrer gleich bleibt.

Hier werden Straßen gebaut

Wo wird an den Straßen im Landkreis 2018 gebaut? Hier können Sie nachlesen, ob auch Ihre Heimstrecke betroffen ist. Die Liste basiert auf den aktuell bekannten Plänen von Landratsamt und Landesamt für Verkehr und Straßenbau.

Beseitigung von Hochwasserschäden 2013

Zwischen Göppersdorf und Gersdorf, bereits im Bau;

Ortsdurchfahrt Liebstadt: Erneuerung der Stützwand, Mai bis September.

Zwischen Liethendamm und Kleinhennersdorf in Gohrisch: Restleistungen;

Zwischen Zwiesel und Ortsausgang Bahra: ab Februar;

Ortsausgang Pirna in Richtung Abzweig Krebs: im Juli/August;

Ortsdurchfahrt Krumhermsdorf: im Juli/August.

Neue Investitionen in den Ausbau von Kreisstraßen

Johnsbach: 1. Bauabschnitt im Frühjahr, Fördermittel erwartet;

Malter: Erneuerung einer Brücke an der Dippoldiswalder Straße, Fördermittel erwartet;

Lübau: Neubau einer Stützwand, 2. Bauabschnitt, Fördermittel erwartet.

Porschendorf: Ausbau der Ortsdurchfahrt im 1. Bauabschnitt, Fördermittel erwartet;

Abschnitt Sense zwischen Hohnstein und Bad Schandau: Unwetterschadens-Beseitigung, Fördermittel erwartet;

Naundorf – Struppen: Grundhafter Ausbau 1. Bauabschnitt, Fördermittel erwartet.

Geplante Instandsetzung von Kreisstraßen

Schellerhau: Erneuerung der Straßenentwässerung, Termin steht noch nicht fest;

Niederschlottwitz: Erneuerung der Fahrbahn, Termin steht noch nicht fest;

Zwischen Ortsausgang Gersdorf und Autobahn: Instandsetzung nach Hochwasser, Termin steht noch nicht fest;

Spechtshausen – Pohrsdorf: Erneuerung der Fahrbahn, Termin steht noch nicht fest;

Zwischen Meusegast und Burkhardswalde: Erneuerung der Fahrbahn, Termin steht noch nicht fest.

Zwischen Krietzschwitz und Ortseingang Struppen: Termin steht noch nicht fest;

Stolpen: Neuer Asphaltbelag für Bahnhofstraße, 3. Bauabschnitt, noch ohne Termin;

Zwischen Ortsausgang Gersdorf und Autobahn: Instandsetzung nach Hochwasser, Termin steht noch nicht fest;

Mockethal: Erneuerung eines Durchlasses, Termin steht noch nicht fest;

Reinhardtsdorf: Neuer Asphaltbelag für Kreisstraßenabschnitt auf rund 500 Metern, Termin steht noch nicht fest;

Ortsdurchfahrt Uttewalde: Erneuerung der Fahrbahn, Termin steht noch nicht fest;

Hier wird in den grundhaften Ausbau investiert (zunächst Planung)

Golberode – Goppeln: 1. Bauabschnitt;

Goppeln: Umbau des Buswendeplatzes, Verlegung der Kreisstraße;

Dohna: Neubau von Haltestellen im Bereich von Gut Gamig.

Zwischen Krietzschwitz und Ortseingang Struppen: Termin steht noch nicht fest;

Hertigswalde – Ottendorf: 2. Bauabschnitt;

Naundorf – Struppen: 2. Bauabschnitt;

Das sind die bisher bekannten Pläne des Landesamtes für Verkehr

B170 in Altenberg: Ging es ursprünglich nur um die Erneuerung der Fahrbahn, wurde das Vorhaben zuletzt wesentlich erweitert.
Auch Zufahrten, Gehwege, Bordsteine und Entwässerungseinrichtungen seien mit eingeschlossen. Das war auch der Grund dafür, warum der Straßenbau bis ins Jahr 2018 verschoben wurde. Wann es genau losgeht, will das Landesamt für Straßenbau und Verkehr – wie im Fall aller Vorhaben –nach der Entscheidung über das Bauprogramm 2018 mitteilen.

S183 zwischen Schmiedeberg und Oberfrauendorf: Mehrere Gründe sprachen 2017 dafür, dieses Straßenbauvorhaben zu verschieben. Unter anderem standen umfangreiche Untersuchungen des Baugrundes an. Deshalb soll hier 2018 der Startschuss fallen.

S187 in Reichstädt: Abschnitt um Abschnitt wird die S187 in Reichstädt erneuert. Der zweite Abschnitt beginnt innerhalb der Ortslage von Reichstädt an der Einmündung der Ruppendorfer Straße/Staatsstraße S190 und endet an der Zufahrt zu den Grundstücken Hauptstraße 42 bzw. 43a ( Feuerwehr). Damit die Grundstücke gut erreichbar bleiben, wird gleichzeitig nur auf 200 Metern gewerkelt. Nicht nur die Straße wird in Ordnung gebracht, auch verbessert sich die Straßenentwässerung. Vorgesehen ist, dieses Vorhaben bis zum Ende des 2. Quartals 2018 abzuschließen.

Das sind die bisher bekannten Pläne des Landesamtes für Verkehr

Östlich Rennersdorf (S159) werden seit Mai 2017 zwei Brücken über Wesenitz und Rennersdorfer Bach instand gesetzt. Die aufwendigen Arbeiten wurden bis Ende 2017 nicht abgeschlossen. Das soll nun bis April 2018 passieren;

S169 nördlich Langenhennersdorf: Hier geht es um die noch nicht erneuerten Fahrbahnabschnitte zwischen Bielatal und der Bundesstraße B172. Die offizielle Umleitung soll über die Bundesstraße B172 und die Staatsstraße S171 durch das Bielatal geführt werden.

Die S164 zwischen Pirna und Lohmen bekommt neuen Asphalt. Eigentlich sollte es schon 2017 soweit sein. Aber weil dieser Abschnitt wegen anderer Bauvorhaben eine Ausweichstrecke war, wurde die Asphaltierung verschoben. Nun ist sie für 2018 angemeldet. Sperrungen und Umleitungen werden mit dem Landkreis abgestimmt

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Alles in allem werden 2018 zwischen acht und zehn Millionen Euro in das Kreisstraßen-Netz fließen. Einige Beispiele: Die Straße zwischen Naundorf und Struppen wird erneuert – eine langjährige Forderung der Anwohner. In Goppeln wird unterdessen geplant, wie der Buswendeplatz umgebaut und die Kreisstraße auf einem Stück verlegt wird, um Verbesserungen für die Autofahrer zu erreichen. Zwischen Hertigswalde und Ottendorf wird die Straße grundhaft ausgebaut, hier geht es um den 2. Bauabschnitt.

Weitere Vorhaben waren im vergangenen Jahr bereits geplant, allerdings gab es dafür keine Fördermittel, sodass die Bauarbeiten nun erst in diesem Jahr über die Bühne gehen sollen. Es geht unter anderem um die Brücke im Zuge der Dippoldiswalder Straße an der Talsperre Malter. Dieses Vorhaben sei ganz dringend, weil es eine Voraussetzung für geplante Sanierungsarbeiten an der Talsperre sei.

In die Kategorie „Fördermittel erwartet“ fällt aber auch der Ausbau der Straße zwischen Oberhermsdorf und Kleinopitz in Wilsdruff und der langersehnte Ausbau der Johnsbacher Ortsdurchfahrt, zumindest von einem Teil davon. In den nächsten Tagen will das Landesamt für Straßenbau und Verkehr seine Pläne für 2018 bekannt geben. Bereits klar ist, wo es mit bereits begonnenen Vorhaben weitergeht. Mit dem Landratsamt hat sich die Landesbehörde bereits abgestimmt. Vize-Landrat Weigel drängt insbesondere darauf, dass der Bau der S177 (Ostumfahrung Dresden) vorangetrieben wird. Das wird Wünschendorf und weiteren Gemeinden eine erhebliche Entlastung bringen. Einen Termin für den Baustart gibt es aber nicht.

Dafür startet der vierstreifige Ausbau der B170 zwischen der A17 in Dresden-Südvorstadt und Bannewitz auf einer Länge von zwei Kilometern. Hier sollen künftig aktuelle Verkehrsinformationen über Schilder angezeigt werden. Mehr noch: Die Straße wird so präpariert, dass autonomes Fahren erprobt werden kann. Ein wichtiges Zukunftsprojekt, sagt der Beigeordnete: „Da sind die Stadt Dresden und die TU starke Akteure.“