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Achtung zerbrechlich

Die eisigen Temperaturen haben viele Dresdner Gewässer zufrieren lassen. Doch die Eisschichten sind noch dünn.

© Christian Juppe

Von Alexander Buchmann

Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint

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Die Versuchung ist groß. Denn bei schönstem Winterwetter und Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt laden die Eisflächen vieler Gewässer geradezu dazu ein, sie zu betreten. Sei es für einen Spaziergang oder eine Runde auf Schlittschuhen. Doch obwohl es in den vergangenen Tagen so frostig war, ist das alles andere als ungefährlich – und in Dresden grundsätzlich verboten. Bricht man dann ein, kann die Rettung außerdem ziemlich teuer werden.

Die Stadtverwaltung warnt deshalb davor, die Wasserflächen im Stadtgebiet zu betreten. „Insbesondere die Kiesseen im Osten von Dresden bergen dabei sehr große Risiken. Bedingt durch ihre große Tiefe und den ständigen Wasseraustausch über das Grundwasser frieren sie nur sehr langsam zu, und es besteht die Gefahr einzubrechen“, teilt das Rathaus auf SZ-Nachfrage mit. Und auch die Verwaltung der sächsischen Schlösser, Burgen und Gärten, die in Dresden für den Zwingerteich und die Gewässer im Großen Garten zuständig ist, weist mit Schildern darauf hin, dass ihre Wasserflächen nicht betreten werden dürfen. Im Zwinger und im Großen Garten läuft sogar eine Securityfirma Streife und spricht alle an, die auf den zugefrorenen Seen unterwegs sind.

„Rechtlich haben wir aber keine Handhabe“, sagt Uli Kretzschmar von der Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH. Ignorieren Personen wiederholt das Verbot, werde aber Anzeige erstattet. Dass Gewässer nach wenigen Tagen Frost nicht gefahrlos betreten werden können, sei ohnehin eine Frage des gesunden Menschenverstands.

Selbst wenn an einer Stelle das Eis stabil und dick genug erscheint, kann es wenige Meter weiter noch dünn und brüchig sein. „Einbrechen kann man, weil keine gleichmäßige Eisstärke entsteht, der Gewässergrund uneinheitlich ist, Einleitungen wärmeren Wassers den Eisbildungsprozess stören oder Wasserstandsschwankungen Hohlräume verursachen“, warnt die Stadtverwaltung und verweist auf die Eislaufflächen des Eigenbetriebes Sportstätten. Die Eislaufbahn hat noch bis 11. März, die Eishalle noch zwei Wochen länger geöffnet.

Wer das dünne Eis betritt, bringt außerdem nicht nur sich selbst in Lebensgefahr, sondern auch die Helfer. Und am Ende kann einem dafür auch noch eine stattliche Rechnung ins Haus flattern. Zwar ist das Retten von Personen, die durch Unachtsamkeit in ein zugefrorenes Gewässer einbrechen, grundsätzlich kostenfrei, kann aber Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen werden, dann ist die Rettung kostenpflichtig. Darauf weist Andreas Rümpel, Leiter des Brand- und Katastrophenschutzamts, hin. „In der Landeshauptstadt wird je nach Szenario umfangreiche Fahrzeugtechnik alarmiert. Die Gesamtkosten dafür können inklusive der Besatzungen schon einmal 1 045 Euro pro Stunde betragen“, sagt er.

Während Seen und Teiche durch die eisigen Temperaturen zufrieren, besteht diese Gefahr für die Elbe nicht. Diese hat aktuell eine Temperatur von 0,9 Grad, wie Karin Bernhardt vom Landeshochwasserzentrum auf SZ-Nachfrage mitteilt. Die Gefahr, dass der Fluss zufriert, sei ohnehin sehr gering. Zuletzt hat sich 2012 Treibeis gebildet, von den Experten auch Pfannkucheneis genannt. Damals seien aber die Tag- und Nachttemperaturen über viele Tage sehr niedrig gewesen. „Als Faustregel gilt, dass es mindestens fünf Tage lang Tag und Nacht unter minus zehn Grad sein muss, damit sich Treibeis bildet. Oder zehn Tage unter minus fünf Grad“, erklärt Bernhardt. Aktuell sei die Elbe auch im Fluss und die Strömung stark. Ab Donnerstag soll es außerdem wieder milder werden. Richtig gefroren war sie das letzte Mal 1963.