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Adidas stoppt WM-Shirts

Herzogenaurach. Man pflege Klischees, wo man kann – dachten wohl die Adidas-Kreativen, als sie das WM-Shirt für Brasilien entwickelten. Sonne, Zuckerhut, Kurven und Bikini sind die Bilder, mit denen sie knallgelbe Shirts bedruckten.

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Herzogenaurach. Man pflege Klischees, wo man kann – dachten wohl die Adidas-Kreativen, als sie das WM-Shirt für Brasilien entwickelten. Sonne, Zuckerhut, Kurven und Bikini sind die Bilder, mit denen sie knallgelbe Shirts bedruckten. Und ein bisschen Schrift dazu. „Lookin’ to score“ lautet der Spruch, der ganz blauäugig gelesen so viel wie „Ich will punkten“ oder „Ich will ein Tor schießen“ bedeutet. Was – brustwärts vorgetragen – ein legitimer Wunsch während einer Fußball-WM ist. Jedoch! In Kombination mit der halbnackten Schönen sind die Worte noch etwas ganz anderes: abgeschmackte Anmache.

Und dagegen verwahrt sich das brasilianische Fremdenverkehrsamt Embratur nun. Es kritisierte „nachdrücklich die Vermarktung von Produkten, die Brasiliens Image mit Sex in Verbindung bringen“. Frauenministerin Eleonora Menicucci beklagte einen „Mangel an Respekt gegenüber unserem Land“. Für ein internationales Sportartikel-Unternehmen wie Adidas sei es „inakzeptabel“, Shirts zu verkaufen, die ihr Land mit Sextourismus verknüpften. Adidas ruderte in einer in São Paulo veröffentlichten Erklärung zurück und stoppte den Verkauf. Die WM in Brasilien findet vom 12. Juni bis 13. Juli statt. (SZ/dpa)