Adventskalender
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Mordverdacht im Advent: Der fahrbare Weihnachtsmarkt

Ein Weihnachtskrimi in 24 Kapiteln, bei dem sich viele Fragen stellen. Heute die zweiundzwanzigste!

Von Peter Ufer
 2 Min.
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© Uwe Richter

Der Weihnachtsmann erklärte: „Sachsen geben niemals auf. Wo müsst ihr denn hin?“ Mein Nachbar sagte: „Das is ä Nodfall, mir missn ganz schnell nach Dräsdn das Schdollnmädl reddn.“ Der Weihnachtsmann zeigte auf die Schienen neben der Straße. „Mein Kumpel ist Lokführer, den funke ich sofort an.“ Zwanzig Minuten später rollte eine Dampflok samt Hänger die Schienen entlang. Der Zug war mit Weihnachtsschmuck behangen und leuchtete hell. „Alles einsteigen!“, rief der Weihnachtsmann.

Der Reifendreher, Spätzle, die Lokfrau und mein Nachbar kletterten in den Hänger. Ein lautes Pfeifen durchdrang das neblige Tal. Die Lokomotive schnaufte los Richtung Dippoldiswalde, weiter an der Talsperre Malter vorbei. Auf den Tischen des Hängers standen Teller voller Stollen, in einem Kessel kochte Glühwein. „Wir befinden uns hier im ersten fahrbaren Weihnachtsmarkt Deutschlands“, sagte der Weihnachtsmann. Mein Nachbar nahm sich einen Glühwein: „Bessr gehds ni. Mor sidzd rum, drinkd was un kommd drozdem vorwärds.“

Spätzle und die Lokfrau saßen nebeneinander und steckten sich gegenseitig Stollen in den Mund. Der Detektiv kaute, dann sagte er: „Ich muss in Dresden allerdings alle hier Anwesenden festnehmen, denn das ist doch sicher eine Schwarzfahrt.“ Die Lokfrau meinte, er solle endlich mal normal werden und nicht ständig den Sachsen erklären, was sie richtig machen sollen. „Sachsen sind auch nur Menschen“, sagte sie.

Als der Zug in Freital-Hainsberg angekommen war, rief der Weihnachtsmann: „Endstation, alles aussteigen!“ Alle kletterten aus dem Hänger und standen auf dem Bahnsteig. Der Weihnachtsmann zeigte auf einen Bus. „Alles schon organisiert. Mir kann doch keiner einen Wunsch abschlagen.“ Alle setzten sich in den Bus, der fuhr los nach Dresden. Mein Nachbar sagte: „Ich bin geschbannd wie ä Flidzbogn, ob mir das Mädl findn.“ Spätzle wollte wissen, was ihm denn so sehr an dem Mädchen liegen würde.

Meinem Nachbar schossen die Tränen in die Augen: „Mensch, Schbädzle, Se vorschdehn ooch gar nischd. Die Kleene is meine Enkelin. Mir missn die findn.“

Wie es weitergeht, lesen Sie ➡ in der dreiundzwanzigsten Geschichte ⬅ unseres Adventskalenders.

Zuvor können Sie aber noch die heutige Rätselfrage beantworten und sich mit etwas Glück selbst beschenken.

Hier geht's zurück zum Adventskalender! Dort können Sie Tag für Tag eine weitere Episode des Weihnachtskrimis miterleben und an unserem Gewinnspiel teilnehmen. Außerdem lassen sich noch einmal alle bisherigen Teile lesen. 🎅🎄⭐