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Ärger-Ampel wird abgebaut

Fußgänger haben es an der Schokoladenmanufaktur künftig schwerer, über die Straße zu kommen. Ersatz wird geprüft.

© Marko Förster

Von Heike Sabel

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Heidenau. Ampel-Abbau an der S 172 in Heidenau: Die Fußgänger-Querungshilfe an der Schokoladenmanufaktur kommt weg. Das hat jetzt das Landratsamt Pirna entschieden.

Nicht, dass die Ampel nahe der Bushaltestelle „Ausspanne“ nicht gebraucht würde. Sie wird von Fußgängern gern genutzt. Doch seit die Schokoladenmanufaktur an die Güterbahnhofstraße 60 gezogen ist, kommt es an der Ampel immer wieder zu brenzligen Situationen. Autos, die von der S 172 aus Richtung Pirna kommend nach links auf den Parkplatz der Manufaktur abbiegen, tun dies genau im Bereich der Ampel. Dieses Manöver ist deshalb eigentlich verboten, und so rechnen weder entgegenkommende noch hinterherfahrende Autofahrer mit den Linksabbiegern. Um Unfälle hier künftig zu vermeiden, hat das Landratsamt abgewogen –  und nun zugunsten der Kraftfahrer entschieden. Die Ampel kommt weg.

Die Ampel war einst installiert worden, um den Kindern der Ludwig-Richter-Grundschule ein sicheres Überqueren der damals noch als Bundesstraße eingestuften Güterbahnhofstraße zu ermöglichen. Die Schule schloss bereits vor fast 18 Jahren. Danach wurde sie zum Teil als Bürogebäude genutzt, unter anderem von der Ostsächsischen Ausbildungs-, Arbeitsbeschaffungs- und Investmanagementgesellschaft, die ihren Sitz in Neustadt hat. Schließlich stand die Schule leer. Die Stadt entschied sich 2015, sie Marcus Schürer für 49 Jahre in Erbbaupacht für seine Schokoladenmaufaktur zu überlassen. Im Mai 2016 öffnete Schürer. Die Schokoladenschule ist zu einer gefragten Adresse geworden.

Schokolade macht gute Laune, sagt Marcus Schürer gern. Doch seine Laune war getrübt. Als die Diskussion um die Ampel aufkam, war er nicht begeistert. Er befürchtete Einbußen, wenn Kraftfahrer aus Richtung Pirna nicht mehr auf seinen Parkplatz abbiegen können. Diese Sorge ist ihm nun genommen. Er will einfach nur sein Geschäft ungestört weiterführen. Dem steht nun nichts mehr im Wege.

Die Fußgänger, die jedoch aus Richtung Pirna zum Beispiel mit dem Bus kommen, müssen nun sehen, wie sie über die stark befahrene Straße kommen. Deshalb hat die Stadt Heidenau eine Alternative angeregt. Die Ampel soll in Richtung der Kreuzung mit der West- und Lugturmstraße verlegt werden. Dort wäre sie näher an den Bushaltestellen und würde auch jenen helfen, die zum Beispiel aus Richtung S-Bahn-Haltepunkt Zschachwitz kommen.

Eine Entscheidung steht noch aus. Derzeit wird geprüft, was machbar ist, sagt die zuständige Amtsleiterin im Landratsamt. Ihr Chef, Landrat Michael Geisler (CDU), hat dem Heidenauer Stadtrat Steffen Wolf (Linke) bereits mitgeteilt: Wenn die Vorschriften ein Umsetzen der Ampel erlauben, wird das gemacht.