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AfD bei Briefwahl deutlich schwächer

Geht wählen! Was AfD-Anhänger wörtlich nahmen, ignorierten viele Grünen-Wähler. Ihre Stimmen zählten trotzdem.

© Symbolfoto: dpa

Von Sandro Rahrisch

Fast jeder vierte Dresdner machte sein Kreuz für die Bundestagswahl nicht am Sonntag im Wahllokal, sondern schon Tage vorher per Brief. Wäre es nur nach diesen knapp 100 000 Menschen gegangen, würde das Dresdner Wahlergebnis anders aussehen. Zwar hätte die CDU ebenfalls die beiden Direktkandidaten Andreas Lämmel und Arnold Vaatz für den neuen Bundestag gestellt. Allerdings wäre der Abstand zur AfD deutlich größer gewesen. Die beiden Christdemokraten hätten links und rechts der Elbe rund zwei Prozentpunkte mehr Stimmen bekommen.

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Die Linke erobert den zweiten Platz

Dasselbe gilt für die Zweitstimme, mit der ausschließlich Parteien gewählt werden. Im Wahlkreis Dresden II, also auf Neustädter Seite, hätte die CDU die AfD sogar vom ersten Platz verdrängt. Nicht nur das: Die rechte Partei wäre in beiden Wahlkreisen nur Drittplatzierte geworden, nämlich hinter den Linken. Aber nicht, weil diese Partei bei den Briefwählern sehr viel beliebter gewesen wäre. Sondern weil sie AfD deutlich weniger Stimmen bekommen hat, als direkt an der Urne im Wahllokal. Im Wahlkreis Dresden I haben 16,6 Prozent der Briefwähler für sie votiert, also sieben Prozentpunkte weniger als im Endergebnis.

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Im Wahlkreis auf der anderen Elbseite erhielt die AfD von den Briefwählern sogar acht Prozentpunkte weniger Zustimmung – insgesamt 15,3 Prozent entschieden sich für sie. Wo die Stimmen stattdessen hingingen? Die Briefwähler unterstützten vor allem die Grünen stärker als die Wähler am Sonntag. Auch SPD und FDP schnitten ein wenig besser ab.