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AfD für die Union Freund oder Feind?

In der CDU wächst die Kritik am rigiden Kurs der Parteiführung gegenüber der Alternative für Deutschland.

© dpa

Von Uta Winkhaus

In Satire-Sendungen hat die AfD die FDP längst abgelöst. Die Heute-Show des ZDF, die früher mit Genuss FDP-Mann Rainer Brüderle durch den Kakao zog, nimmt jetzt AfD-Chef Bernd Lucke aufs Korn. „Endlich hat unsere langweilige schnarchige Parteienlandschaft einen neuen frechen Player – und sogar einen comedytauglichen“, jubelte Moderator Oliver Welke am Freitagabend: „Bernd Luckes AfD: Sieger der Herzen bei der Europawahl. Oder wie ich sie verkürzt nenne: Das Luckepack!“

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Die CDU tut sich im Umgang mit der Alternative für Deutschland (AfD) weitaus schwerer. Am besten nicht mal ignorieren, lautet die interne Losung. Offiziell hat sich die Parteispitze darauf festgelegt, dass es keinerlei Zusammenarbeit geben soll. Unionsfraktionschef Volker Kauder kündigte sogar an, Fernsehauftritte mit AfD-Leuten zu verweigern: „Mit denen möchte ich nicht in Talkshows sitzen.“ Ist das eine Strategie? Und wenn ja, eine erfolgversprechende?

In der CDU wachsen die Zweifel. Vor allem beim rechten Parteiflügel. Die Konservativen fordern nicht nur eine offensive inhaltliche Auseinandersetzung, sie verlangen angesichts der anhaltenden Schwäche der FDP auch, neue Bündnisoptionen zu prüfen. Ganz offen formuliert das Vertriebenenpräsidentin Erika Steinbach im Nachrichtenmagazin Der Spiegel: „Die AfD ist nach meinen Beobachtungen eine rechtsstaatliche, demokratische Gruppierung und damit ebenso unser Konkurrent wie unser möglicher Partner.“

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