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AfD-Jugend will Auflösung der EU

Kurz vorm Bundesparteitag der AfD zieht sich ihre Jugendorganisation ins thüringische Seebach zurück - um sich ein Programm zu geben. In einigen Punkten ist die Parteijungend noch radikaler als die Mutterpartei.

© Alexander Prautzsch/dpa

Seebach. Die AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative (JA) hält die Europäische Union (EU) für nicht reformierbar und verlangt daher ihre Auflösung. „Die Europäische Union muss sterben, damit Europa leben kann“, sagte der JA-Vorsitzende Damian Lohr am Samstag auf einem Bundeskongress im thüringischen Seebach. Deutschland sollte kein Geld mehr in die EU-Kasse und damit an den EU-Apparat zahlen. In der Haltung zur Europäischen Union unterscheide sich die Junge Alternative am deutlichsten von der Mutterpartei, so Lohr.

Im Programmentwurf, der auf dem Kongress bis Sonntag beraten wird, heißt es: „Zentraler Bestandteil unseres politischen Selbstverständnisses ist ... die Forderung nach einer stufenweisen Auflösung der Europäischen Union und des Euro.“

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AfD-Bundeschef Jörg Meuthen forderte den Nachwuchs zu einem gemeinsamen Kampf mit der Mutterpartei für ein besseres Europa auf. „Wir wollen das Europa der Vaterländer.“ Der zweite Bundesvorsitzende und Fraktionschef im Bundestag, Alexander Gauland, bescheinigte der EU eine gesunkene Reformfähigkeit nach dem Austritt Großbritanniens. Die AfD war vor einigen Jahren vor allem als europakritische Partei gegründet worden.

Auf dem zweitägigen Bundeskongress der Jungen Alternative einen Monat vor dem Bundesparteitag der AfD in Augsburg geht es unter anderem um mehr direkte Mitbestimmungsmöglichkeiten der Bürger auf Bundesebene. Das deutsche Asylrecht hält die AfD-Jugend angesichts der „massenhaften Wanderungsbewegungen“ für nicht mehr zeitgerecht.

Die individuellen Schutz- und Asylgarantien im Grundgesetz seien 1949 für verfolgte Einzelpersonen geschaffen worden. „Sie versprechen unter den heutigen Bedingungen Unmögliches und können deshalb nicht aufrechterhalten werden“, heißt es in dem Programmentwurf. Gauland sprach sich für die Gewährung politischen Asyls, aber gegen Zuwanderung in die Sozialsysteme aus. Die 2013 gegründet Junge Alternative hat nach eigenen Angaben bundesweit rund 2 000 Mitglieder. (dpa)