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AfD legt weiter zu

Der TV-Streit im Südwesten könnte der Partei Experten zufolge noch Auftrieb geben.

© Symbolbild: dpa

Berlin. Die Alternative für Deutschland (AfD) steigt in Umfragen zur drittstärksten politischen Kraft hinter CDU und SPD auf. Sie kommt nun auch im Sonntagstrend, den Emnid wöchentlich für die Zeitung Bild am Sonntag erhebt, zum ersten Mal auf zehn Prozent (plus 1 Prozentpunkt). Bereits im jüngsten ZDF-Politbarometer hatte die AfD mit 11 Prozent die Grünen überholt. Auch im Deutschlandtrend der ARD von Mitte Januar hatte die AfD um einen Prozentpunkt auf 10 Prozent zugelegt – und lag damit gleichauf mit den Grünen. Zuspruch findet sie laut Emnid fast ausschließlich bei Männern.

Trotz der guten Umfragewerte glauben 68 Prozent der Befragten, dass die AfD nur eine vorübergehende Erscheinung ist. Experten führen den Zuspruch der Rechtskonservativen im Moment vor allem auf die Flüchtlingskrise zurück. Zuletzt hatte ihr der Streit um den Ausschluss bei TV-Duellen vor den Landtagswahlen am 13. März in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt zusätzlich Schlagzeilen beschert.

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Die Boykottdrohungen der Mainzer Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) wie auch des Stuttgarter Regierungschefs Winfried Kretschmann (Grüne) und seines Stellvertreters Nils Schmid (SPD) hatten eine heftige Debatte ausgelöst. Alle drei erklärten, sich nicht mit der AfD an einen Tisch zu setzen, worauf der SWR entschied, nur Vertreter der im Landtag vertretenen Parteien zu den „Elefantenrunden“ einzuladen. In Mainz sagte daraufhin CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner ab und warf der SPD „Erpressung“ vor – die Runde dort steht vor dem Aus.

Eine Mehrheit der Deutschen findet es laut Sonntagstrend falsch, die AfD nicht zu den Fernsehduellen zuzulassen. 53 Prozent wollen, dass sie dabei ist, 34 Prozent der Befragten lehnen das ab. In allen drei Ländern dürfte die AfD Umfragen zufolge klar in die Landtage einziehen.

Dreyer verteidigte am Wochenende noch einmal ihre Haltung. „Ich werde mich nicht, solange es geht, an einen Tisch setzen mit AfD-Vertretern, mit einer Partei, die ich als eine große Gefahr für unsere Gesellschaft sehe“, sagte sie am Samstag. Sie warf der AfD rechtes Gedankengut vor und sprach von „Fremdenfeinden“ und „Rattenfängern“.

Der TV-Streit könnte der Partei aus Sicht des Mainzer Politologen Kai Arzheimer noch Auftrieb geben: „Die Absage an die AfD ermöglicht es dieser, sich als Opfer einer ganz großen Koalition von ,Altparteien‘ und Medien zu präsentieren.“ (dpa)