merken

AfD sucht Petry-Nachfolger

Die Partei sucht neue Chefs für den Landesverband. Zwei haben gute Chancen.

© kairospress (Archiv)

Thilo Alexe

Großes Glück kann so klein sein

Hellwach oder im lieblichen Schlummer zeigen sich die süßen Babys. In unserer Themenwelt Stars im Strampler gibt es den Nachwuchs zu sehen.

Hoyerswerda. Sachsens AfD ist am Samstag in Hoyerswerda zu einem Parteitag zusammenkommen. Mehrere Hundert Mitglieder wollen den Nachfolger für die nach der Bundestagswahl ausgetretene Parteimitbegründerin Frauke Petry küren.

Die besten Chancen haben Landtagsfraktionschef Jörg Urban und der kommissarische Landesvorsitzende Siegbert Droese. Er ist Bundestagsabgeordneter aus Leipzig. Beide stehen für einen Rechtskurs. Debattiert werden bis Sonntag Satzungsanträge, aber auch das Verhältnis zu Pegida. Droese und Urban sind gegen eine Abgrenzung zu dem rechtspopulistischen Bündnis. Die Wahl soll am Sonntag stattfinden.

Der Bautzener AfD-Bundestagsabgeordnete Karsten Hilse gab zum Auftakt das Ziel aus, dass die Partei 2019 in Regierungsverantwortung in Sachsen treten soll. Von dem Bundesland aus solle die „Macht des Altparteienkartells“ gestürzt werden.

AfD-Bundeschef Jörg Meuthen sieht die Partei in Sachsen indes auf Regierungskurs. Bei der Landtagswahl im kommenden Jahr gebe es die Möglichkeit, dass die AfD „mit einer drei vorne dran“ noch deutlicher stärkste Kraft werde als bei der jetzigen Bundestagswahl, bei der die Partei in Sachsen 27 Prozent erreichte. „Das muss das Ziel sein“, sagte Meuthen vor mehreren Hundert AfD-Mitgliedern beim Landesparteitag in Hoyerswerda.

Der intellektuelle Niedergang der großen Parteien sei mit Händen zu greifen. Für Meuthen ist deshalb die AfD in der Verantwortung „und zwar ab dem Zeitpunkt, wo wir politisch gestalten und nicht nur mitregieren können“.

Sachsens-Anhalts AfD-Landeschef André Poggenburg betonte: „2019 wird die AfD stärkste Kraft in einem deutschen Parlament.“ Beide Politiker hielten Grußworte.

Vorausgegangen war am Samstag eine eineinhalbstündige Debatte zur Tagesordnung. Unter anderem ging es darum, ob eine Anhängerin der Thügida-Bewegung AfD-Mitglied ist und am Parteitag teilnehmen darf. Die Mitglieder stimmten schließlich dagegen. Der Tagesordnungspunkt, der eine Abstimmung über die Anwesenheit der Presse vorsah, wurde zurückgezogen. Medienverteter durften bleiben.