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Leipzig

Neue Studie beleuchtet AfD-Wähler

Die Anhänger der Partei sind der repräsentativen Umfrage zufolge deutlich demokratiefeindlicher als der Durchschnitt.

© Daniel Karmann/dpa

Leipzig. Rechtsextremismus, Gewaltbereitschaft, Ablehnung von Juden und Muslimen: All dies ist laut einer Studie des Kompetenzzentrums für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung der Universität Leipzig unter Wählern der AfD deutlich weiter verbreitet als unter den Wählern aller anderen Parteien. Für die am Dienstag veröffentlichte Analyse waren im Frühsommer 2018 gut 2.300 ausgewählte 18- bis 91-jährige Menschen befragt worden. Die Untersuchung ist in Bezug auf die deutsche, wahlberechtigte Bevölkerung repräsentativ.

Laut der Studie gaben vier von fünf der befragten AfD-Wähler an, sich durch „die vielen Muslime“ fremd im eigenen Land zu fühlen. Mehr als 70 Prozent stimmten der Aussage zu, Muslimen sollte die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden. Zudem ist laut der Studie zur Durchsetzung eigener Interessen jeder fünfte AfD-Anhänger bereit, körperliche Gewalt anzuwenden. Weiter zeige die Umfrage, dass viele AfD-Anhänger eine rechtsautoritäre Diktatur bevorzugten und die Demokratie ablehnten. Auch nutzten bei keiner anderen Partei „die Anhänger so offen die Möglichkeit, ihren Antisemitismus zu äußern“, erklärte der beteiligte Siegener Soziologe Johannes Kiess.

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Der Leipziger Forscher Oliver Decker ergänzte, dass „erschreckend viele Wähler der AfD“ eine „Verschwörungsmentalität und antidemokratische Einstellungen teilen“. Der Aussage, dass es geheime Organisationen gäbe, die großen Einfluss auf politische Entscheidungen haben, stimmten knapp 44 Prozent der AfD-Wähler zu. Unter den Befragten, die sich zur Linken bekannten, waren es in diesem Punkt knapp 37 Prozent, bei den CDU-Wählern hielt nur gut jeder Fünfte diese Aussage für richtig.

Aus den Ergebnissen der Studie lasse sich ableiten, dass ein Großteil der AfD-Anhänger die Partei nicht trotz, sondern wegen antidemokratischer Positionen wähle, resümierten die Forscher. (epd/dpa)

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