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AfD weichgespült

Schlimm, was da am Wiener Platz passiert. Und jetzt scheint es selbst den Populisten egal.

© André Wirsig

Von Andreas Weller

Das ist nicht mehr meine AfD, werden einige Anhänger sagen. Die selbst ernannten Hüter der Ordnung schwächeln. Anders ist es nicht zu erklären, was diese Woche im Stadtrat passiert ist. Denn die Vorlage zur Suchtprävention an Brennpunkten wie dem Wiener Platz hat die AfD mit einer eigenen Forderung angereichert. 20 zusätzliche Kräfte für die besondere Einsatzgruppe des Ordnungsamtes sollten es sein. Dann reduzierten sie dieses Ansinnen spontan auf fünf mickrige Mitarbeiter.

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Wir erinnern uns: 2016 hat diese AfD im Stadtrat noch 40 zusätzliche Stellen für Ordnungshüter eingefordert. Damals standen die Räte offenbar noch mehr im Saft. Tatsächlich gab es 2017 immerhin 15 Stellen mehr. Auch wenn das ohne das Zutun der AfD erfolgte und bereits länger geplant war: Immerhin wurden so rein rechnerisch 37,5 Prozent der AfD-Forderung umgesetzt. Bei fünf wären das 1,875 weitere Mitarbeiter? Dann kommen die Dealer eben, wenn die Teilzeitkräfte Feierabend haben, so.

Warum ist die AfD plötzlich so weichgespült, fragen wir uns beklommen. Sind sie beleidigt, weil nicht mehr so viele Flüchtlinge kommen? Sind sie frustriert, weil ja eh alles nicht so wird, wie sie es sich wünschen? Liegt es an der neuen Führung? Jetzt nur nicht nachlassen! Wir wollen mehr: 20, 40, 60, 80 – ach es können gleich alle gut 6 000 Verwaltungsmitarbeiter zum Wiener Platz strömen. Viel hilft viel! Einfach mal den Platz besetzen, dann wird den Kriminellen das Geschäft versaut. Ziehen die weiter, gehen alle mit. Gut, bei der Verwaltung wäre das dann etwas zeitverzögert – etwa drei oder vier Monate später.