Merken

Afrikanische Festung in der Stadtgalerie

Die Ausstellung mit Werken von Else Gold und Gabriele Reinemer ist nur noch Sonntag zu sehen.

Teilen
Folgen
© Stadtgalerie Radebeul

Radebeul. Unter dem Motto „schwarzweißrosa“ zeigt die Radebeuler Stadtgalerie zur besinnlichen Vorweihnachtszeit eine Ausstellung, die es in sich hat. Das polarisierende Schwarz-Weiß verbinden die Künstlerinnen Else Gold (geb. 1964) und Gabriele Reinemer (geb. 1948) mit einem vermittelnden Rosa. Denn nichts ist so, wie es auf den ersten Blick erscheint. Wer aus der winterlichen Dämmerung kommend die Galerie betritt, wird überrascht. Die Ausstellungsräume sind lichtdurchflutet, was wohl auch ein wenig mit den neu installierten Scheinwerfern zusammenhängen mag. Zweifelsohne sind es aber letztlich die Kunstwerke selbst, deren Platzierung sehr ästhetisch und mit Sinn fürs Detail aufeinander abgestimmt wurde. Die durch und durch weibliche Ausstellung ist mit Anspielungen nur so gespickt. Flauschige Federnbüschel bahnen sich ihren Weg aus glattem Porzellan. Körper setzen sich zur Wehr. Emotionen durchbrechen das Kalkül.

Die Radebeuler Bildhauerin Gabriele Reinemer hat sich auf die Materialien Holz und Pappe konzentriert, was ihr die zusätzliche Möglichkeit bot, alle Objekte mit grafisch anmutender Bemalung zu versehen. Die Meißner Objektkünstlerin Else Gold hingegen arbeitet mit so unterschiedlichen Materialien wie Porzellan, Metall, Glas, Kunststoff, Papier, die sie auch mit scheinbar wertlosen Fundstücken kombiniert und in neue Sinnzusammenhänge stellt.

Beide Künstlerinnen sind sehr engagiert und reflektieren ihr Umfeld hellwach. Else Gold wirkt aktiv im Meißner Kunstverein, Gabriele Reinemer in der Dresdner Sezession und in der Radebeuler Stadtgalerie.

Während Else Gold eher einen konzeptionellen Ansatz verfolgt, wurde Gabriele Reinemer von ihren Reisen nach Nord- und Schwarzafrika inspiriert. Entstanden sind Arbeiten wie „Afrikanische Festung“ und „Schwarze Madonna“, mit denen sie Neugierde auf das Fremde, Andersartige wecken will, aber auch auf das erstarkende Selbstbewusstsein afrikanischer Frauen anspielt. Else Gold hingegen ironisiert mit ihrem „Mutterkreuz“, welches sie auf ein Samtkissen gebettet hat und mit Spitzendeckchen und Strumpfhaltern garniert, das konservative Rollenverständnis der Frau in der Gesellschaft. (kb)

Die Schau ist nur noch Sonntag 14 bis 18 Uhr geöffnet.