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Aha-Effekte für Bautzen-Freunde

Der Heimatforscher Eberhard Schmitt hat einen neuen Bildband über Bautzen herausgebracht. Der besticht mit zahlreichen Fakten und interessanten Motivpaaren.

Druckfrisch im Sutton-Verlag erschienen ist der Bildband „Bautzen im Wandel“ von Eberhard Schmitt.
Druckfrisch im Sutton-Verlag erschienen ist der Bildband „Bautzen im Wandel“ von Eberhard Schmitt. © Repro

Bautzen. Den enormen Wandel, den Bautzen in den vergangenen 30 Jahren durchgemacht hat, kann man am besten durch die Gegenüberstellung von Motivpaaren von Gestern und Heute verdeutlichen. Die Gegenüberstellung der Impressionen von einst und heute zeigen, wie sehr sich die Stadt verändert hat. „Bautzen im Wandel“ heißt passend dazu der neue Bildband, der jetzt ganz druckfrisch im Sutton-Verlag erschienen ist.

Heimatforscher Eberhard Schmitt erfasst mit seinen Bildpaaren unter anderem auch die neuesten Veränderungen im Stadtbild, wie zum Beispiel den Bau der neuen Energiezentrale der EWB, die Sanierung der Mönchskirchenruine oder die Umsetzung der Dampflok vom Bahnhof an die Packhofstraße. Für den Einheimischen bringt es einen großen Aha-Effekt, etwa zu sehen, wie die jeweiligen Örtlichkeiten vor der Umgestaltung ausgesehen haben. Nur allzu leicht gerät dieser Blick von einst in Vergessenheit.

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Eberhard Schmitt kommt der große Verdienst zu, zahllose Ansichten, die man mittlerweile durchaus schon historisch nennen kann, für die Ewigkeit dokumentiert zu haben. So konnte er aus einem großen Fundus schöpfen, zum Teil von Aufnahmen, die man so tatsächlich noch nie gesehen hat.

Beeindruckende Luftaufnahmen

Keine Baugrube ist ihm zu tief, kein Kran zu hoch, um die Möglichkeit zu nutzen, ungewöhnliche Perspektiven einzufangen. Es gelangen ihm beispielsweise frappierende Luftaufnahmen von der Perfecta-Gießerei und der nach deren Abriss entstandenen Brache. Doch Eberhard Schmitt verknüpft die Bildpaare auch mit kenntnisreichen Erläuterungen zu den Objekten. Zuweilen ist der Faktenreichtum geradezu überbordend. Zu viele Zahlenangaben gehen manchmal auf Kosten der Lesbarkeit. Und manchmal gräbt Eberhard Schmitt vielleicht auch ein wenig zu tief in der Vergangenheit. Im Großen und Ganzen ist es jedoch ein wahres Vergnügen, Dinge zu erfahren, die man hier und da vielleicht in der Zeitung gelesen hat, hier nun aber in komprimierter Form vorfindet.

Die Bildpaare – in einigen Fällen sind es allerdings auch drei Bilder – bestehen jeweils aus einer Aufnahme aus der Gegenwart und der historischen Ansicht. Etwas verwirrend ist es jedoch, dass die historischen Ansichten aus unterschiedlichen Zeitepochen stammen. Das einzige Bild, das Eberhard Schmitt nicht selbst fotografiert hat – eine Innenansicht des heutigen Schiller-Gymnasiums – , dürfte aus der Vorkriegszeit stammen.

Die meisten der historischen Motive zeigen Bautzen-Ansichten aus der Vorwende- und Wendezeit und verdeutlichen den dramatischen Verfall der Altstadt, der erst durch die deutsche Wiedervereinigung gestoppt werden konnte. Einige der Vorher-Fotos stammen aber auch aus jüngerer Zeit. Manchmal war Eberhard Schmitt live vor Ort, wenn irgendwo die Bagger alte Bausubstanz niederrissen.

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Durch die von Eberhard Schmitt gewählte Darstellungsweise lässt sich in einigen Fällen erst auf den zweiten Blick erkennen, welches die historische und welche die heutige Ansicht ist, so zum Beispiel bei der Gaswerk-Brücke. Vielleicht hätte man durchgehend das Prinzip: Alt gleich schwarz-weiß und Neu gleich farbig wählen sollen? Aber das ist sicher Geschmackssache. Den positiven Gesamteindruck nur wenig schmälern könnten einige Fehler, die dem Ortskundigen auffallen – wie zum Beispiel die drollige Bezeichnung des „Launengrabens“ oder die falsche Benennung des Paul-Gerhardt-Hauses als Paul-Gebhardt-Haus.

Eberhard Schmitt „Bautzen im Wandel“,

ISBN 978-3-96303-010-9, Preis: 19,99 Euro, erschienen im Sutton-Verlag