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Akkordeon-Virtuosen aus Großschweidnitz

Die Geschwister Lene und Gustav Zahn erringen Top-Plätze bei Wettbewerb. Am Anfang stand ein Dachbodenfund.

© privat

Von Markus van Appeldorn

Großschweidnitz. Generationen von Kindern weltweit lernten auf die Melodie des französischen Kinderliedes „Ah! vous dirai-je, maman“ rhythmisch das Alphabet. Auch als „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ ging das Lied ins deutsche Kulturgut ein. Der 15-jährige Gustav Zahn aus Großschweidnitz bewies mit dieser berühmten Melodie jetzt seine Virtuosität am Akkordeon.

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Einst nämlich nahm sich auch Wolfgang Amadeus Mozart des Kinderliedes an und schuf daraus seine „Zwölf Klaviervariationen zu ,Ah! vous dirai-je, maman‘“. Mit denen glänzte Gustaf Zahn bei den 46. „Kleinen Tagen der Harmonika“ im vogtländischen Klingenthal und erzielte bei diesem internationalen Wettbewerb für Nachwuchs-Akkordeonisten in der Gruppe der Schüler von 13 bis 15 Jahren einen dritten Platz.

Noch ein bisschen besser schnitt seine zehnjährige Schwester Lene Zahn ab. Sie begeisterte unter anderem mit einem „Wiegenlied für Entchen“ oder einem „Kükenwalzer“ aus der „Kleinen Suite“ von Victor Buchwostow und sicherte sich damit in der Kategorie der Jüngsten einen zweiten Platz. Insgesamt nahmen über 50 Kinder und Jugendliche an dem anspruchsvollen Wettbewerb teil. Lene und Gustav traten für die Kreismusikschule Dreiländereck an und werden seit vielen Jahren erfolgreich von ihrer Lehrerin Angela Schnitzler unterrichtet. Dabei hat das Geschwister-Paar schon wiederholt im Duett und im Solo diesen Wettbewerb gewonnen. „Für Gustav war es die achte Teilnahme, Lene war zum vierten Mal dabei“, sagt Vater Thomas Zahn der SZ. Die Leidenschaft für das Akkordeon habe sein Sohn entdeckt, als er im Alter von drei Jahren auf dem Dachboden seiner Urgroßmutter in Krappe eine alte Ziehharmonika entdeckt habe. Schwester Lene hörte die Töne quasi schon im Mutterleib.

Die „Kleinen Tage der Harmonika“ sind die Junior-Ausgabe der „Tage der Harmonika“, die jedes Jahr im Mai in Klingenthal ausgetragen werden. Dieser Wettbewerb hat Weltgeltung und ist mit internationalen Profi-Akkordeonisten besetzt. Die Kleinstadt im sogenannten Musikwinkel im Vogtland gilt als Mutterstadt des Akkordeonbaus in Deutschland. Im 19. Jahrhundert wuchs Klingenthal zum Weltzentrum der Mundharmonika- und Akkordeon-Produktion. Zu DDR-Zeiten wurden hier vom „VEB Klingenthaler Harmonikawerke“ die Instrumente der bekannten Marke „Weltmeister“ gefertigt. Auch heute sind noch zahlreiche Hersteller in der Stadt ansässig.