merken

Alaunplatz wird umgestaltet

Die Parkbesucher wünschen sich im Westteil Sportmöglichkeiten und Abfalleimer. Denn über den Müll ärgern sich die meisten.

© Steffen Füssel

Von Ulrike Kirsten

Für viele Dresdner ist der Alaunpark im Sommer ein zweites Wohnzimmer. Durchschnittlich zwölf Mal besuchen sie die grüne Oase monatlich. Er ist sozialer Treffpunkt, Ort zum Grillen, Abhängen und Träumen. Nun steht die Verschönerung der guten Stube an. Die Stadt will den Alaunplatz im Westen um das ehemalige Militärgelände, den sogenannten Russensportplatz, erweitern. Diese Seite des Stadtparks hat sie vom Freistaat gekauft. Die Fläche um den Alaunplatz möchte das Amt für Stadtgrün nach den Vorstellungen der Neustädter umgestalten und hatte dazu eine Umfrage in Auftrag gegeben.

Anzeige
Dein Training beginnt nach Corona
Dein Training beginnt nach Corona

Kampf den Homeoffice-Polstern: Am 27. November gibt´s den BLACK FIT DAY mit besonderen Angeboten und Beratung in der fitbox Dresden Neustadt.

Fast 3.000 Besucher, Anwohner und Jugendliche haben ihre Wünsche geäußert. Sogar Freitaler und Radebeuler haben an der Befragung teilgenommen. „Der Park wird längst nicht mehr nur von den Neustädtern genutzt“, sagte Diplom-Kaufmann Falk Böse von der Anova-Marktforschung auf einer Bürgerversammlung am Freitag. Die Umfrage zeige, dass der Alaunplatz von überregionalem Interesse ist. Denn viele Leute kämen am Wochenende von auswärts in den Park.

Am häufigsten wurde bei der Umfrage der Wunsch nach Toiletten genannt – quer durch alle Altersgruppen. Die haben jedoch unterschiedliche Vorstellungen, wie der Stadtpark aussehen soll. Jugendliche wünschen sich in erster Linie einen Fußballplatz und Möglichkeiten, wo sie beispielsweise skaten, klettern oder jonglieren können. Bei den Erwachsenen stehen Spielplätze für Kinder, eine Badestelle, verschiedene Turngeräte und ein Trimm-Dich-Pfad auf dem Wunschzettel. In einem Punkt sind sich aber alle Befragten einig. Die große schlichte Wiesenfläche soll erhalten bleiben. „Sie ist so etwas wie die heilige Kuh, also unantastbar“, sagte Böse. Einigkeit besteht auch bei der künftigen Ausstattung. Mehr Bänke, Abfalleimer, Grill- und Feuerstellen sind genauso erwünscht wie eine bessere Beleuchtung, alternative Sitzmöglichkeiten, Flächen für Kunst und eine Hundewiese. Denn in den Vierbeinern sehen die Befragten eine Gefahrenquelle. Hundekot, Müll und Scherben sind weitere Ärgernisse für die Parkbesucher.

Die Stadt will jetzt prüfen, ob die Ideen der Umfrage umsetzbar sind. Die Ergebnisse sollen dann in die Planungen einfließen. Diese werden in einer zweiten Bürgerversammlung Ende Januar vorgestellt.

Der Neustädter Michael Ton zeigte sich skeptisch, was von den genannten Ideen übrigbleiben werde. „Die Umgestaltungen im Park waren bisher doch immer eine sehr zähe Nummer.“ Es sei vieles versprochen, aber nur wenig gehalten worden. „In den letzten Jahren ist viel passiert. Ich hätte in meinem Amt auch gern mehr Geld zur Verfügung. Aber darüber entscheidet immer noch der Stadtrat“, konterte Detlef Thiel, Leiter des Amtes für Stadtgrün. Auf die Frage, warum es der Stadt nicht gelungen sei, die gesamte Fläche von dem Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien Management (SIB) zu erwerben, konnte er keine Antwort geben. „Ich war bei den Verhandlungen nicht dabei.“

Es handelt sich dabei um das Areal am nördlichsten Zipfel des ehemaligen Russensportplatzes. „Die Fläche ist für den Freistaat Sachsen nicht entbehrlich“, begründet SIB-Sprecherin Andrea Krieger. Weshalb der Staatsbetrieb auch nicht an einen Verkauf denke. Allerdings nennt sie keinen konkreten Verwendungszweck.