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Aldi fordert günstigere Wurstpreise

Mitten in der Debatte um Arbeitsbedingungen in Schlachthöfen sorgt der Konzern für Unmut. Entsprechend hart sind die Reaktionen.

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Wegen gesunkener Schweinefleisch-Preise fordert Aldi rasche Preissenkungen bei Wurstprodukten.
Wegen gesunkener Schweinefleisch-Preise fordert Aldi rasche Preissenkungen bei Wurstprodukten. © Dietmar Thomas (Symbolbild)

Düsseldorf.  Mitten in der Debatte um die Arbeitsbedingungen in der deutschen Fleischbranche sorgt Discount-Marktführer Aldi mit der Forderung nach Preissenkungen bei Wurstprodukten für Aufregung. "Die Forderungen von Aldi sind komplett gewissenlos", sagte am Mittwoch die Präsidentin des Bundesverbandes der deutschen Fleischwarenindustrie (BVDF), Sarah Dhem, der Deutschen Presse-Agentur. 

Gerade angesichts der Bemühungen der Wurstbrache in den vergangenen Wochen, die Versorgungssicherheit in der Corona-Krise mit großem Aufwand sicherzustellen, passe die Forderung nicht in die Zeit. Zuvor hatte das Fachblatt "Lebensmittel Zeitung" über die Preisforderungen berichtet.

Hintergrund des Streits ist der Einbruch der Scheinefleisch-Preise in den vergangenen Wochen. Aldi betonte, das Unternehmen orientiere sich "wie jeder andere Händler auch" bei den Preisausschreibungen an dem durch Angebot und Nachfrage geprägten Preisniveau, berücksichtige aber auch andere Kriterien wie Qualität und Leistung. "Als Händler und insbesondere Discounter ist es aber auch unsere ureigene Aufgabe, Kosten- und Preisvorteile an unsere Kunden weiterzugeben."

Die "Lebensmittel Zeitung" hatte zuvor berichtet, dass Aldi unter Verweis auf die gesunkenen Preise für Schweinefleisch rasche Preissenkungen bei Wurstprodukten fordere. Dass sich die Wurstpreise grundsätzlich auch an den Rohstoffpreisen orientieren, ist durchaus üblich, wie auch Dhem einräumt. Für Unmut in der Branche sorgen nach ihren Worten aber die Höhe, das Tempo und Zeitpunkt der Preisforderungen. Zudem fürchtet die Branche, dass der Schritt von Aldi Signalwirkung für die anderen großen Handelsketten haben dürfte.

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Aldi betonte, traditionell würden die Preise bei Wurstwaren neu verhandelt, wenn sich der Markt spürbar nach oben oder unten bewege. Angesichts der zuletzt heftigen Preisausschläge habe das Unternehmen den Herstellern für die nächste Zeit ein flexibleres Vorgehen vorgeschlagen. "Wir haben dabei explizit betont, dass der Vorschlag sowohl steigende als auch sinkende Preisniveaus betrifft, also keine "Einbahnstraße" ist", betonte das Unternehmen.