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Alle singen: Gemeinsam schaffen wir´s

Zum 22. Mal veranstaltet das Kirchspiel Zeithain ein Sommer-Musicalprojekt – eine große Show mit 54 Teilnehmern.

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© Kathrin Krüger-Mlaouhia

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Glaubitz. „Musical macht süchtig“, ruft Monika Heinig den Kindern und Jugendlichen begeistert zu, die in der Glaubitzer Kirche zusammengekommen sind. Sie will sie anstecken mit dieser positiven Sucht. Denn auf die 54 Teilnehmer des diesjährigen Musical-Sommerprojektes wartet eine spannende Woche. Sie werden gemeinsam mit 22 Mitarbeitern selbst ein Musical erarbeiten und in vier Aufführungen einem breiten Publikum vorstellen. Viele von den Erwachsenen opfern dafür ihren Urlaub, um dabei zu sein.

Schon zum 22. Mal lädt das Kirchspiel Zeithain zu einer solchen Rüstzeit ein – die Sucht hat also bereits gehörig gewirkt. Nur elf Kinder und Jugendliche sind diesmal Neulinge. Die Altersspanne aller Teilnehmer liegt zwischen acht Monaten und 59 Jahren. Selbst aus Dresden, Leipzig und Schwarzenberg kommen Rüstzeitkinder.

„Gemeinsam schaffen wir´s“ heißt die Show, die die biblische Geschichte des Nehemia erzählt. Doch auch für nichtchristliche Teilnehmer und Zuhörer ist dieses Musical gedacht. Es greift allgemeine menschliche und politische Fragen auf, rückt das eigene Handeln und Hoffen in den Focus. Nicht zuletzt ist die Rüstzeit eine Chance für talentierte Kinder, sich auf einer Bühne als Darsteller, Tänzer, Sänger oder Musiker zu beweisen.

Wie viel Spaß das macht, weiß Ulrike Giegold. Sie wird den mehrstimmigen Chor leiten – eine Herausforderung. Denn alle werden einbezogen, ob sie der eigenen Meinung nach singen können oder nicht. Doch die mitreißende Musik, die im Original vom christlichen Musical-Verein Adonia stammt, hat es so an sich, dass sie jeder singen kann. Alle reden sich überdies mit du an. Das stärkt die Gemeinschaft zusätzlich. „Wir wollen aufeinander zugehen und voneinander lernen“, sagt die professionelle Musiklehrerin aus dem Kirchspiel. So heißt nicht nur ein Lied aus dem Musical, so könnte auch das Motto der ganzen Rüstzeit sein. Sebastian probt mit den Kindern die Schauspielszenen ein – 27 Rollen sind da zu besetzen – und Claudia die Tanzchoreographien. Das alles findet in der Strobelmühle in Pockau im Erzgebirge statt, wohin ein Bus die Teilnehmer am Sonnabend gebracht hat. Bis Freitag dieser Woche wird nicht nur geübt und gearbeitet, es gibt auch Freizeit. So besuchen die Kinder unter anderem die Kletterwelt Erzgebirge. Damit die Versorgung der vielen Teilnehmer gut klappt, haben zahlreiche Familien Lebensmittel gespendet.

Der kommende Sonnabend ist als Tag der Hauptproben angesetzt. Er findet in der Mehrzweckhalle Röderau statt, wo am Sonntag um 17 Uhr die erste Aufführung sein wird. Dann proben die Kinder mit Kostümen und Kulissen. Wie quirlig und aufgeregt es dann zugehen wird, wissen die Mitarbeiter des Rüstzeitprojektes schon aus der Erfahrung. Aber sie wissen auch: Vor ihren Eltern, Geschwistern und Großeltern wollen die Kinder und Jugendlichen ihr Bestes geben. Dann wächst so mancher über sich hinaus.

Weitere Aufführungen: 28. August, 16 Uhr Kirche Frauenhain, 11. September Wackerhalle Nünchritz, 18. September Turnhalle Priestewitz.