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Alle Vögel sind noch da

Im Liberecer Zoo gibt es eine neue Vogeluhr. Sie zeigt Arten, die aussterben werden, wenn sie ohne Schutz bleiben.

Von Petra Laurinova

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Die weißen Tiger sind schon nicht mehr die einzige Besonderheit des Tierparks im tschechischen Liberec (Reichenberg). Vor Kurzem wurde gegenüber von den Raubtieren eine astrologische Vogeluhr installiert. Sie befindet unter dem Dach des ältesten Gebäudes im Zoo, wo sich früher der Eingang befand und heute die Konditorei „Beim Storch“ zu finden ist. „Es ist uns in diesen Tagen gelungen die Uhr in den regelmäßigen Betrieb zu bringen“, freut sich die Zoo-Sprecherin Barbora Tesarová.

Die spezielle Uhr erinnert an bedrohte Singvogel im südöstlichen Asien, die aussterben könnten. „Jede volle Stunde öffnet sich ein Fenster der Uhr, in dem sich nach und nach sechs Vogelarten zeigen, um eine Vogelmelodie zu singen“, beschreibt Tesarová. Die Zoo-Besucher können sich mit Rothschild-Maina, Großem Beo, einem Bülbül, einem zweifarbigen Eichelhäher und weiteren exotischen Vögeln bekannt machen. „Die Uhr soll die Besucher nicht nur über die aktuelle Zeit informieren, sondern aufmerksam machen auf ökologische Probleme“, erklärte Zoo-Direktor David Nejedlo. Der Tierpark hatte zehn Jahre lange über den Aufbau einer solchen Uhr nachgedacht. Aber stets gab es drängendere Herausforderungen. „Endlich ist die richtige Zeit gekommen“, meinte Sprecherin Barbora Tesarová. „Wir bereiten uns derzeit auf den hundertsten Geburtstag des Zoos vor und außerdem koordinieren wir die Weltkampagne ,Silent Forest‘ (Stiller Wald)“, ergänzt Direktor Nejedlo. Die Aktion soll den gegenwärtig massiven Rückgang und das Aussterben von Vogelarten im tropischen Regenwald in Südostasien in dem Mittelpunkt stellen.

Grund dafür ist der Verlust der natürlichen Lebensräume vieler Vögel. Viele exotische Arten werden zudem gefangen wegen ihrer außergewöhnlichen Federfärbung oder des besonderen Gesangs und dann auf Märkten verkauft. Wenn sich daran nicht sofort etwas ändere, seien viele Arten nicht mehr zu retten. Das Problem sei wirklich akut und schnelle Hilfe nötig, sonst sei es zu spät. „Wir sind davon überzeugt, dass die neue Attraktion mit dem Motto des Naturschutzes zum Magnet in der Region Liberec wird“, hofft Direktor Nejedlo.

Die Idee für eine astronomische Uhr im Liberec Zoo lieferte die Gemeinde Kryštofovo Údolí (Christophsgrund), wo 2008 in einer alten Trafostation die dritte astronomische Uhr Tschechiens Platz fand. Man holte sich dieselben Gestalter ins Boot. Die umfangreiche Projektdokumentation wurde von den Mechatroniken der Technischen Universität in Liberec erarbeitet. Die Mechanik baute Milan Jelinek in seiner Modellwerkstatt in Machnín bei Chrastava (Kratzau). Die Holzvögel schuf der tschechische Bildhauer Jan Švadlenka.