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Allende-Viertel feiert

Am Freitag gibt es eine Premiere im Bautzener Stadtteil.

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© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

Bautzen. Ein bisschen aufgeregt ist Bärbel Berg schon. Schließlich ist das eine Premiere, was sie da langfristig vorbereitet hat. „Wir wissen nicht, ob das Wohngebietsfest ein Erfolg wird“, sagt die Leiterin des Wohnheims St. Veronika des Christlich-Sozialen Bildungswerks. Zumindest das Wetter wird ja voraussichtlich mitspielen. Am Freitag ab 14 Uhr ist die Hanns-Eisler-Straße gesperrt und verwandelt sich in eine Festmeile. Bis gegen 18 Uhr sollen sich alle Einwohner des Allendeviertels dort mit den verschiedensten Angeboten für Groß und Klein vergnügen.

Bei Bärbel Berg laufen alle Fäden zusammen. Sie hatte voriges Jahr die Idee, das alljährliche Sommerfest in dem von ihr geleiteten Heim für Geistigbehinderte auf das gesamte Wohngebiet auszuweiten. Denn die Angebote an die Anwohner, doch am Sommerfest teilzunehmen, hätten wenig Resonanz gefunden. „Wahrscheinlich sind die Berührungsängste doch zu groß, sich auf die Behinderten einzulassen“, vermutet Bärbel Berg. Doch um ein richtiges Wohngebietsfest auf die Beine zu stellen, sei es nötig gewesen, sich Partner mit ins Boot zu holen.

Erste Adresse war die benachbarte Max-Militzer-Grundschule, wo Bärbel Berg auf offene Ohren stieß. Die Schule wird um 14 Uhr das Eröffnungsprogramm gestalten und verschiedene Bastel- und Spielstände aufbauen. Unter anderem kann man Hüte basteln, es gibt ein Quiz und Kinderschminken. Auf Resonanz stieß Bärbel Berg auch bei den beiden großen Vermietern im Allende-Viertel, der Bautzener Wohnungsbaugenossenschaft (BWB) und der Wohnungsgenossenschaft „Aufbau“. Falko Glück vom Vorstand der Wohnungsgenossenschaft findet es eine prima Idee, für die Menschen vor Ort einen tollen Nachmittag zu organisieren. Das stärke das Gemeinschaftsgefühl. Die Wohnungsgenossenschaft wird, ebenso wie weitere Einrichtungen des Caritasverbandes sowie der IB-Schule von der Kurt-Pchalek-Straße, auf dem Fest mit einem Infostand für sich werben.

Obwohl die Kreisverkehrswacht sich auf der Allendestraße befindet, beteiligt sie sich ebenfalls am Fest. Zwischen den beiden Veranstaltungsorten pendelt der Elster-Express aus Kamenz, ein kleiner, gummibereifter Zug, der gleichzeitig auch Rundfahrten durch das Wohngebiet macht.

Auf dem Hof des Wohnheims St. Veronika wird ein Festzelt aufgebaut sein. Dort gibt es ab 14 Uhr Discomusik mit DJ Dave. Zwischendurch kann sich jedermann beim Karaoke versuchen. Ebenfalls im Festzelt erklingt ab 16 Uhr Livemusik mit der Hofband des Pater-Kolbe-Hofes in Schlegel. Das ist ebenfalls eine katholische Einrichtung für behinderte Menschen in Zittau. Im Bautzener Wohnheim St. Veronika leben zurzeit 40 Geistigbehinderte und im benachbarten Wohnheim St. Antonius weitere 20 Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen.