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Alles eine Frage der Technik

Das Drachenboot-Festival feiert in diesem Jahr 25. Jubiläum. Der Anstoß dafür kam aus der Partnerstadt im Norden.

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© André Wirsig

Von Kay Haufe

Die Hamburger sind Schuld! Jetzt auch noch am Dresdner Drachenboot-Festival. Immerhin haben Dresdner erstmals in der Hansestadt ein Drachenbootrennen auf der Elbe beobachtet und waren begeistert. Das wollten sie auch! 1991 paddelten mit nordischer Unterstützung die ersten Drachenboote vor der Kulisse des Terrassenufers. Das Dresdner Festival war geboren.

Inzwischen sind von März bis Oktober wöchentlich diverse Teams vom Blauen Wunder elbaufwärts unterwegs. Darunter die jüngste Mannschaft Pink Ladies, alles Frauen, die Brustkrebs hatten. Doch vor allem in den Juniwochen erkennen die Elbhangbewohner an den zunehmenden Trommelschlägen, dass es bald ernst wird. Zeitgleich mit dem Elbhangfest findet auch das Drachenbootfestival statt. Dann werden die Drachen zu Wasser gelassen, die alle auf Long enden, die chinesische Bezeichnung für Drachen. Das erste Boot, Da Long – Großer Drache, aus dem Jahr 1996 wurde indes 2010 außer Dienst gestellt und dient jetzt als dekorativer Blumenkübel im Vereinshaus des Wassersportvereins am Blauen Wunder (WSV). Dieser Verein richtet das Fest nun seit über 20 Jahren aus. Dutzende Mannschaften aus Firmen, der Politik oder den Forschungseinrichtungen gehen dabei an den Start. Natürlich will jeder gewinnen, doch Spaß und Teamgeist spielen keine unwesentliche Rolle beim gemeinsamen Paddeln.

Bis zum perfekten Gleichklang im Boot ist eine Menge Training nötig. Und ohne einen guten Trommler, der den Takt vorgibt, geht sowieso nichts. Die Profis des WSV sind darin so gut, dass sie inzwischen Titel bei Welt- und Europameisterschaften holen – Damen wie Herren, meist sogar in gemischten Teams. Für die Organisatoren beginnt die Arbeit am Festival bereits im Januar. Später, im April, werden sie ins Rathaus bestellt, um dort Vertretern von über zehn Ämtern inklusive Wasserschutzpolizei und Feuerwehr zu erklären, was genau geplant ist. „Aber geklappt hat es bisher immer“, sagt Irina Simon vom Orgateam. Nur das Hochwasser 2013 überschwemmte nicht nur das Bootshaus, sondern machte auch das Festival unmöglich. Es wurde auf der Malter später nachgeholt.