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Alles geklärt?

Noch immer haben nicht alle Besitzer von Kleinkläranlagen im Landkreis umgerüstet. Jetzt hakt das Landratsamt nach.

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© Egbert Kamprath

Von Franz Werfel

Freital. Es war ein Großprojekt, das auch Grundstückseigentümer im Freistaat umsetzen mussten: Bis zum 1. Januar 2016 sollten alle Besitzer alter Kleinkläranlagen diese auf eine vollbiologische Arbeitsweise umgerüstet haben. Mechanische und teilbiologische Anlagen sind seit Januar nicht mehr erlaubt. Mit seiner Kleinkläranlagen-Verordnung setzte Sachsen so eine neue EU-Richtlinie um. Diese sollte helfen, die Qualität der Gewässer zu verbessern. Abwässer sollen nun nur noch mit modernster Technik geklärt werden, die die Umwelt schont.

Das große Umrüsten wurde bis Ende 2015 sogar mit Steuergeld belohnt. Wer sich eine neue Anlage für mindestens vier Personen einbauen ließ, konnte mit 1 500 Euro rechnen. Musste eine ältere Anlage umgerüstet werden, gab es 1 000 Euro. Wessen Haus schon an die zentrale Abwasserentsorgung angeschlossen war, hatte mit der neuen Regelung nichts zu tun.

Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge waren mit 9 000 Grundstückseigentümern in 70 Ortsteilen relativ viele Menschen von der neuen Richtlinie betroffen. Bis zum Stichtag am 31. Dezember 2015 hatten noch etwa 1 300 von ihnen ihre alten Kläranlagen nicht dem neuesten Stand der Technik angepasst. Das teilt das Landratsamt auf Nachfrage mit. Bis Ende November waren es nur noch 800.

Im Vorfeld der Umrüstung waren Strafzahlungen zwischen 50 und 50 000 Euro für diejenigen angekündigt worden, die der Verordnung nicht folgen. Das würde als Ordnungswidrigkeit gewertet, hieß es damals. Seit diesem Jahr bekommen Anlagenbesitzer, die noch nicht umgerüstet haben, Post vom Landratsamt. In den Briefen werden sie aufgefordert mitzuteilen, warum sie noch nicht umgerüstet haben und bis wann sie das zu tun gedenken.

„Aus den Rückläufen können wir entnehmen, dass etwa 90 Prozent bis zum Ende dieses Jahres umrüsten oder an das öffentliche Abwassernetz angeschlossen werden“, sagt Heiko Weigel. Er leitet im Landratsamt den Bereich Bau und Umwelt. In den übrigen Fällen handele es sich um ungeklärte Grundstücksverhältnisse, unbewohnte Grundstücke oder finanzielle Schwierigkeiten der Besitzer. Echte Verweigerer, so Weigel, seien äußerst selten. Da die neuen Anlagen von den Gemeinden oder Zweckverbänden vor der Inbetriebnahme abgenommen werden müssen, sei die Kontrolle in jedem Fall gesichert.