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Alles Glas auf einem Haufen?

Ein Hauswalder beobachtete die Entsorgung. Er zweifelt an der ordentlichen Trennung.

© privat

Von Reiner Hanke

Hauswalde. Das donnert und rasselt: Wenn der Entsorger die Glascontainer leert, ist das nicht zu überhören. Das ist seit dem Jahreswechsel eine neue Firma: Bruno Halke und Sohn. Die „Dualen Systeme“ (Grüner Punkt) schreiben diese Leistung mit dreijähriger Vertragslaufzeit regelmäßig aus. Nun ist also die Firma aus Niesky im Landkreis unterwegs. Der Start war da und dort noch etwas holprig. Aber das System spielt sich ein. Was Fragen nicht ausschließt.

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Dreifachboxen reichen einfach nicht

SZ-Leser Jürgen Parpart aus Hauswalde hat einen direkten Blick auf den Containerstandort an der Hauptstraße. Er bemerkt nebenbei, dass die Leerung immer noch nicht richtig funktioniert. Erst jetzt standen wieder massenweise Flaschen drumherum. Inzwischen wurde geleert. Insbesondere die Dreifachboxen seien zu schnell voll. Die reichen einfach nicht. Aber das sei nicht sein Hauptproblem. Er habe jetzt Gelegenheit gehabt, die Leerung von oben zu beobachten. Eben auch jener Dreierboxen. Er trenne immer sehr genau und eile von Einschub zu Einschub mit den unterschiedlichen Flaschen. Viele Menschen würden ebenso sorgsam trennen. Nun habe er aber auf dem Dach zu tun gehabt und zufällig von oben beobachtet, wie augenscheinlich die gesamte Dreierbox – quasi mit weißem, braunem, und grünem Glas – über dem Weißglas entleert wurde. Er hätte ja dreimal öffnen müssen über den unterschiedlichen Boxen. Abgesehen davon, dass der Laster nur zwei Abteilungen hatte. Nun fragt der Hauswalder, was dann der ganze Trennungsaufwand soll. Die Beobachtung habe ihn zumindest stutzig gemacht. Gerade für Weißglas sei doch der Mischbruch nicht mehr verwendbar. „Warum sollen wir dann sortieren?“

Das ist nach wie vor gefragt. Mitarbeiterin Katrin Hoffmann von der Firma Halke erklärt, die Mitarbeiter würden des Öfteren auf diese Dinge angesprochen. Die lägen nun aber doch noch ein bisschen anders. Offenbar sind die Feinheiten nicht so leicht zu erkennen. Katrin Hoffmann könne die Beobachtungen so nicht bestätigen und hätte auch mit dem Fahrer Rücksprache genommen: „Wir können dem Leser versichern, es ist technisch möglich, jede Kammer einzeln zu öffnen.“ Es könne auch immer nur eine Klappe aufgehen. Über dem Weißglas sinnvollerweise die mit der entsprechenden Sorte, die anderen bleiben verschlossen. Das Braunglas sei an dem Tag zum Beispiel gar nicht geleert worden und im Container geblieben. Das lasse sich nachprüfen. Für Grün habe der Fahrer den Container an jenem Tag aus technischen Gründen noch einmal absetzen und neu hochziehen müssen, heißt es. Braunglas werde bei extra Touren gesammelt, wenn wie in diesem Fall ein Laster mit nur zwei Kammern unterwegs ist. Halke habe aber auch Fahrzeuge mit drei Kammern. Der Kranarm – auf dem Foto liegt er in der Mitte – schwenkt dann über die drei Abteilungen und entleert je eine Kammer.

Hauswalde bekommt bald andere Container

„Alle unsere Fahrzeuge haben Container mit mehreren Kammern, wie auf dem Bild zu erkennen ist“, so Katrin Hoffmann. Eine richtige Trennung der Glasfarben werde zudem durch den Vertragsgeber und das Umweltamt kontrolliert. Auf der sogenannten „Umschlagsanlage“ auf dem Betriebsgelände in Niesky erfolge ebenfalls noch eine Trennung nach Glasfarben. Erst wenn alle Glasfarben sortiert seien, könne das Glas aus Niesky abtransportiert werde. Dafür sei der Betrieb auch zertifiziert. Katrin Hoffmann appelliert: „Wir bitten die Bürger weiterhin um eine sorgsame Trennung nach Glasfarben.“

Für den Standort in Hauswalde teilt die Firma Bruno Halke außerdem mit, dass demnächst die Container an dem Standort in Hauswalde durch andere ersetzt werden. Damit reagiert die Firma an der Kritik an überfüllten Dreierboxen. Es sollte also mit der Leerung bald besser klappen. Im Zweifelsfall empfiehlt die Firma, auch die Rufnummer auf den Containern zu nutzen.

Katrin Hoffmann: „Wenn der Leser oder die Bürger Interesse an unserer Arbeit haben, können diese gern bei der nächsten Leerung an ihren Standorten die Technik anschauen beziehungsweise beobachten oder unseren Fahrer ansprechen“, bietet sie an. Jürgen Parpart wird wohl das Angebot annehmen: Um sich noch einmal ganz genau zu überzeugen.