merken

Alles im Blick?

Wer die Auftritte der Olympia- Starter aus dem Landkreis verfolgen will, hat es nicht leicht. Die SZ gibt einige Tipps.

© dpa

Von Stefan Brieger

Anzeige
Der Winter naht mit Eis und auf Kufen

Das Schlittschuhlaufen im FEZ “Hains“ ist ein herrlicher Spaß – egal ob als Eisprinzessin oder -prinz, mit Pirouetten drehen oder als blutiger Anfänger.

Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Wer als Sportfan etwas auf sich hält, hat in den vergangenen Tagen wohl mindestens einmal die Weltzeituhr zurate gezogen. Wieviel Stunden Zeitverschiebung sind es noch mal bis Südkorea? Und muss man vor- oder zurückrechnen? Doch selbst wer die Antwort kennt – Pyeongchang ist acht Stunden voraus –, wird bei der Fern-Begleitung seiner olympischen Lieblinge vor weitere Probleme gestellt.

Denn die Wettkampfzeiten unterscheiden sich teilweise von den gewohnten Weltcup-Terminen – und dies ist nicht nur den unterschiedlichen Zeitzonen geschuldet: Während Biathleten und Skispringer abends oder sogar mitten in der Nacht ihre Wettkämpfe starten, damit der europäische Fan wie gewohnt zur (Nach-)Mittagszeit am TV dabei sein kann, sind andere Sportarten auf konkurrierende Märkte ausgelegt. So können etwa die Amerikaner ihr geliebtes Eiskunstlaufen zur besten Sendezeit verfolgen, während in Deutschland der Großteil der möglichen Zuschauer noch nicht einmal aufgestanden ist. Zusätzlich verkompliziert wird das Mitfiebern vor dem Bildschirm durch die Lizenzvergabe an mehrere, teils kostenpflichtige Sender – das olympische TV-Programm wird für die Fans zum Puzzlespiel. Die SZ gibt deshalb einige Hinweise, wie man das olympische Abenteuer der Sportler der Region von der Sächsischen Schweiz und dem Osterzgebirge aus am besten verfolgen kann.

Fernsehen: Ein Mix aus klassisch und online sowie gratis und kostenpflichtig

Im Prinzip lässt sich in Deutschland jeder Wettkampf der Spiele live sehen – die entsprechende Technik zum Empfang sowie Bereitschaft zum Brieftasche-Öffnen vorausgesetzt. So überträgt das Eurosport-Netzwerk online über den sogenannten Eurosport Player alle Veranstaltungen. Für das kostenpflichtige Angebot gilt aktuell eine fünftägige Gratis-Phase. Wer nicht innerhalb dieser Frist kündigt, muss anschließend bezahlen.

Die Olympioniken der Region im TV

Zweierbob Männer (Teams Friedrich/Walther): 18.2., 12.00/13.40 Uhr (Lauf 1+2): TLC live, ZDF live (nur 2. Lauf); 19.2., 12.10/13.55 Uhr (Lauf 3+4): TLC live, ARD (unklar ob live).

Viererbob Männer (Teams Friedrich/Walther): 24.2., ab 1.20 Uhr (Lauf 1+2): TLC live, ARD live (nur 1. Lauf);

25.2., 1.30/3.15 Uhr (Lauf 3+4): ZDF live.

Zweierbob Frauen (Team Schneider): 20.2., ab 12.45 Uhr (Lauf 1+2): TLC live, ARD (ab 14.23, unklar ob live); 21.2., 12.40/14.03 (Lauf 3+4) ZDF live.

Skeleton Männer (Axel Jungk): 15.2., ab 0.30/ab 2.48 Uhr (Lauf 1+2): ARD live; 16.2., 1.30/3.15 (Lauf 3+4): ZDF live.

Rennrodeln Frauen (Aileen Frisch, startet für Südkorea): 12.2., 11.45/13.25 Uhr (Lauf 1+2): TLC live, ARD online live (nur Lauf 1),; 13.2., 11.25/13.00 (Lauf 3+4): Eurosport live, ARD live (voraussichtlich).

Biathlon (Michael Rösch, startet für Belgien); folgende Wettkämpfe stehen noch an (vorbehaltlich Röschs Teilnahme): 12.2. Verfolgung (12.50 Uhr, ZDF live, Eurosport live), 15.2. Einzel (11.55 Uhr, ARD live, TLC live), 20.2. Mixed-Staffel (ab 10.48 Uhr ARD, unklar ob live), 23.2. Staffel (12 Uhr, ARD live).

Anmerkung: Die Sender behalten sich Änderungen vor. Das Programm von Eurosport sowie den Öffentlich-Rechtlichen (online) ist zudem noch nicht komplett veröffentlicht.

1 / 7

Im frei empfangbaren Fernsehen überträgt Eurosport auf seinem Haupt-Sender ebenfalls rund um die Uhr, das Live-Angebot kommt allerdings hauptsächlich den populäreren Sportarten zugute. Gleiches gilt für ARD und ZDF, wobei von sämtlichen Entscheidungen mit deutscher Beteiligung zumindest zeitversetzt Zusammenfassungen angeboten werden. Eine Kuriosität stellt der sonst eher weniger sportaffine Sender TLC dar, der über Kabel oder Satellit in vielen Haushalten frei empfangbar ist. TLC gehört zum Eurosport-Dachkonzern Discovery und zeigt live während der Olympischen Spiele viele Sportarten, die in der Zuschauergunst nicht ganz in der ersten Reihe stehen. Dazu gehören teilweise auch die Eiskanal-Sportarten, bei denen der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gleich mit fünf Teams beziehungsweise Athleten vertreten ist. Doch auch hier wie bei Biathlet Michael Rösch gilt: Wer alle Läufe verfolgen möchte, muss gut planen (siehe Kasten).

Gemeinsam Daumen drücken: Public Viewing in Pirna

Wer sich um die Programmplanung keine Gedanken machen will – und zudem in größerer Runde die Auftritte der regionalen Olympioniken verfolgen möchte –, sollte sich auf den Weg nach Pirna machen. Fans der Teams der Bobpiloten Francesco Friedrich und Nico Walther können dort die jeweils entscheidenden dritten und vierten Olympia-Läufe im fernen Pyeongchang beim Public Viewing im Pirnaer Restaurant Bootshaus mit verfolgen. Am 19. Februar geht es ab 12 Uhr um den Zweiertitel, am 25. Februar ab 1.30 Uhr um den Sieg im großen Schlitten.

Mit dem Smartphone auf Tuchfühlung: Die sozialen Netzwerke

Mehr oder weniger ungefilterte Eindrücke aus Südkorea bieten darüber hinaus potenziell die Auftritte der Sportler in den sozialen Netzwerken oder auf ihren eigenen Internetseiten. Die Bobteams von Friedrich, Walther und Stephanie Schneider sind bei Facebook vertreten und haben teils eigene Web-Auftritte. Gleiches gilt für Skeletoni Axel Jungk. Rodlerin Aileen Frisch ist auch bei Facebook (aber eher inaktiv) – ob eine Homepage oder andere Web-Auftritte in ihrer Wahlheimat Südkorea existiert, war nicht zu ermitteln. Kaum zu übersehen hingegen ist die Web-Präsenz von Biathlet Michael Rösch. Der Fanliebling kann auf eine Homepage und über 17 000 Facebook-Anhänger verweisen. (mit skl)