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Alles klar fürs Gütchen

Mittelherwigsdorf saniert jetzt den großen Saalanbau und das Obergeschoss. Trotzdem ist weiterhin geöffnet.

© Matthias Weber

Von Holger Gutte

Mittelherwigsdorf. Das ist ziemlich sportlich, aber machbar“, hatte Mittelherwigsdorfs Bürgermeister Markus Hallmann (Freier Wählerverein) noch auf der Gemeinderatssitzung im April zum Bauablaufplan für das Projekt „Gütchen“ gesagt. Damals hoffte er, im Juni Aufträge an Bauunternehmen vergeben zu können. Dann könnte nämlich schon im Juli Baustart sein. Knapp einen Monat später liegt die Gemeinde im Soll. Gleich acht Gewerke für das Projekt hat Mittelherwigsdorf am Dienstag öffentlich ausgeschrieben. Damit könnten die Gemeinderäte wahrscheinlich schon im Juni die Aufträge für Gerüstbau- und Rohbauarbeiten, Fenster, Außentüren, Dachdecker- und Klempnerarbeiten, Elektroinstallation sowie Zimmerer-, Metallbau- und Malerarbeiten vergeben.

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Nach dem Hortneubau geht Mittelherwigsdorf nun mit der Gaststätte „Zum Gütchen“ in den nächsten zwei Jahren ein noch größeres Projekt an. Um die einzige Gaststätte mit einem großen Saal im Ort zu erhalten, hatten sich die Gemeinderäte schon vor zwei Jahren einstimmig dazu bekannt, das Gebäudeensemble zu übernehmen. 1,42 Millionen Euro werden in die Sanierung des großen Saales und des Obergeschosses investiert. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte dafür dem Ort im März einen Fördermittelbescheid über 1 065 000 Euro übergeben.

Die Arbeiten sollen so erfolgen, dass der Gaststättenbetrieb nicht behindert wird. „Es ist wichtig, dass die Leute wissen, das keine Veranstaltung oder geplante Familienfeier im Gütchen ausfällt“, sagt der Bürgermeister. Saal und Gaststätte laufen bis zum 19. Januar 2019 uneingeschränkt weiter, schildert er. Danach steht für einige Zeit der große Saal nicht zur Verfügung. Gaststättenbetreiberin Simone Eifler hofft, dass sich die Leute vom Baugerüst nicht abschrecken lassen. Sie will während der Bauphase extra mit Leuchtreklame auf die geöffnete Gaststätte hinweisen. Denn die Arbeiten betreffen ja nur den großen Saalanbau und das Obergeschoss. Gebaut wird in drei Abschnitten.

Im ersten werden unter anderem das Dach des Saales, die gesamte Fassade und die Fenster gemacht. Letztere sind ebenfalls wieder so groß geplant. Die Fassade soll einen farbenfrohen Anstrich erhalten. „So, dass man sieht, dass das Haus neu saniert ist“, sagt Markus Hallmann. Zudem wird der Treppenaufgang zum Obergeschoss verlegt und der alte abgebaut. Zeitgleich verschwinden die Schuppen hinter dem Gebäude, so dass dort die Außenanlagen neu gestaltet werden können.

Im zweiten Bauabschnitt ist dann der Saal an der Reihe. Hier werden Heizung und Elektrik erneuert sowie Parkettfußboden, Bühne und Bar aufgearbeitet. Das „Sängerstübl“ wird zum Lagerraum für den Saal. Die Bauernstube im Keller bleibt als solche erhalten. Dort wird lediglich eine Brandmeldeanlage eingebaut. Zu den bisherigen Toiletten kommen noch jeweils eine für das Personal und eine behindertengerechte hinzu. Das gesamte Erdgeschoss ist künftig barrierefrei. Deswegen erhält der Eingangsbereich eine Rampe für Rollstuhlfahrer.

Im letzten Bauabschnitt ist der Ausbau des ersten Obergeschosses an der Reihe. Dort entstehen ein großer Tagungsraum sowie drei kleinere Vereinsräume. Die Volkssolidarität will einen davon nutzen. Ebenso hat die Kirchgemeinde Interesse für einen Raum bekundet. Auch für das erste Obergeschoss sind neue Sanitäranlagen vorgesehen. Wegen des Einbaus einer neuen Decke über dem Gastraum wird dieser 2019 allerdings einige Zeit nicht nutzbar sein. Da die Küche davon aber nicht betroffen ist, führt Simone Eifler den Gaststättenbetrieb in dieser Bauphase vorübergehend im Saal weiter. Ende Juli 2019 soll alles fertig sein. „Wir haben dann endlich wieder einen großen Saal für Schuleintritts- und andere Feiern“, sagt Markus Hallmann.

Öffnungszeiten auch während der Bauarbeiten: Montag Ruhetag; Donnerstag ab 14 Uhr geschlossen; sonst von 11 bis 14 Uhr und ab 17 Uhr geöffnet