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Alles original

Görlitz ist nicht nur gut erhalten und saniert, manches gibt es auch nur hier.

Junges Pärchen auf dem Untermarkt-Görliwood
Junges Pärchen auf dem Untermarkt-Görliwood © Werbeagentur Fouad Vollmer

Die Neißestadt verzaubert ihre Besucher immer wieder mit ihrem außergewöhnlichen Stadtbild. Görlitz hatte das Glück, aus dem Zweiten Weltkrieg nahezu unzerstört hervorzugehen. Und das Glück im Unglück, dass in der DDR wenig Geld da war, um historische Bausubstanz wegzusanieren oder abzureißen. Davon zeugen 4 000 heute großteils sanierte Einzeldenkmale aus über 500 Jahren europäischer Baugeschichte. Von der im Mittelalter gegründeten Altstadt bis zum geschlossenen Gründerzeitviertel ist sie bis heute allgegenwärtig.

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Kaufmannspaläste

Manches ist in Görlitz aber besonders einzigartig. Dazu gehören die Hallenhäuser, erbaut im 16. Jahrhundert von Görlitzer Fernhändlern, die darin wohnten und ihre Unternehmen führten. Über 30 solcher „Kaufmannspaläste“, wie Johann Wolfgang von Goethe die Häuser nannte, haben sich in Görlitz erhalten. Sie konnten entstehen, weil die Stadt früher an der „Hohen Straße“ lag, die zeitweise als „Via Regia“ quer durch Europa führte. So war die Stadt ein idealer Umschlagplatz vor allem für Tuche. Dies machte sie in der Renaissancezeit reich. Da sich anhand der Hallenhäuser das zentraleuropäische Handelswesen jener Zeit nachvollziehen lässt, arbeitet Görlitz an der Bewerbung, mit den „Kaufmannspalästen an der Via Regia“ ins Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen zu werden. Die meisten Hallenhäuser sind bewohnt, in anderen ist die ursprünglich bis zum Dach reichende Zentralhalle verbaut. Ein Haus aber, die Görlitzer Brüderstraße 9, steht zur Besichtigung offen. Direkt neben dem zum Schlesischen Museum sanierten ältesten bürgerlichen Renaissancehaus in Deutschland, dem Schönhof, gelegen, zeugt es nicht nur von seiner fast 600 Jahre zurückliegenden Nutzung als Handelsort. Seit einigen Jahren erst leergezogen und danach nicht saniert, erzählt es auch vom Wohnen in der DDR und der Nachwendezeit im Denkmal.

Originaler als in Jerusalem

Immer wieder einen Besuch wert ist auch das Heilige Grab in Görlitz. Es gilt deutschlandweit als die originalgetreueste Kopie des hochmittelalterlichen, heute veränderten Heiligen Grabes in Jerusalem, weil es nach Plänen errichtet wurde, die Ende des 15. Jahrhunderts ein Görlitzer aus dem Heiligen Land mitbrachte. Bevor dieser Georg Emmerich in Görlitz Bürgermeister wurde, war er dahin gepilgert, weil er ein Mädchen geschwängert, ihr aber die Ehe verweigert hatte. Um Buße zu tun, unternahm er die weite Reise und spendete der Stadt nach seiner Rückkehr das Heilige Grab. Die gesamte, sehr grüne Anlage mit weiteren Kapellen und einem großen Obstgarten, der dem biblischen Ölberg nachempfunden ist, lädt zum Ausruhen ein, wenn die Füße vom historischen Pflaster müde sind.