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Allgemeines zur On Board Diagnose

Die On Board Diagnose oder On-Board-Diagnose, kurz „OBD“, ist ein Diagnosesystem für Fahrzeuge. 

Es überwacht nicht nur das Abgassystem, sondern sämtliche wichtigen Steuergeräte auf Funktion hin, indem es die zugänglichen Daten laufend überprüft. Wenn Fehler auftreten, meldet das Diagnosesystem diese dem Fahrer über entsprechende Schnittstellen (Warnleuchten, Bildschirm, Lautsprecher, …) und speichert die Informationen über den Fehler im jeweiligen Steuergerät – dauerhaft. Damit wird die Wartung moderner Fahrzeuge enorm vereinfacht, denn die Fehlerspeicher können mit Hilfe eines entsprechenden Geräts bzw. einer Schnittstelle zum PC ausgelesen werden. So erhält man Informationen über fehlerhafte Baugruppen oder Bauteile und kann diese austauschen bzw. die Ursache des Fehlers finden.

CAN-Bus als physikalische Schnittstelle

Das Diagnosesystem OBD oder OBD2 (Nachfolger) kommuniziert mit den Steuermodulen über den sogenannten CAN-Bus. Dabei handelt es sich um eine Datenleitung, einen Bus, der sämtliche Systeme miteinander verbindet und über ein spezielles Protokoll die Kommunikation ermöglicht. Der CAN-Bus kann über eine 16-polige Diagnosebuchse angeschlossen werden.

Professionelle Geräte, PC-Erweiterungsstecker oder Smartphone-App

Während das Auslesen des Fehlerspeichers bzw. die Kommunikation mit dem OBD System zu Beginn fast ausschließlich Herstellern und Werkstätten vorbehalten war, die über entsprechende Geräte verfügten, ist dies heute auch Privatleuten mit nur geringem Investitionsaufwand möglich. Der Grund ist, dass es neben professionellen und alleinstehenden Handgeräten nicht nur mit dem PC kompatible Geräte und Software gibt, sondern auch OBD-Stecker, die per Bluetooth und einer passenden App mit dem Smartphone kommunizieren. Heute lässt sich mit einem Smartphone folglich der Fehlerspeicher eines Autos auslesen, insofern man sich ein kleines Stück Hardware kauft und eine App installiert. Bei der Hardware handelt es sich um einen sogenannten OBD-Stecker oder auch OBD-Scanner.

Herstellerspezifische Diagnoseprotokolle ebenfalls vorhanden

Doch das OBD-2 Diagnosesystem ist nur ein Aspekt. Es gibt auch viele unterschiedliche herstellerseitige Diagnosesysteme, die nicht nur von der Automarke, sondern auch noch vom Modell abhängig sind. Das macht eine OBD-Diagnose nicht ganz so einfach, wie zunächst vermutet – bzw. nicht immer erfolgreich. Eine Mercedes OBD Diagnose bedarf daher mitunter eines anderen Geräts oder einer anderen App als eine OBD Diagnose für VW oder für ein bestimmtes Modell von VW.

Zusätzlicher Nutzen im Betrieb und für Tuning

OBD bietet neben einer einfacheren Wartung noch weitere Vorteile. So können auch die Steuergeräte selbst auf den Fehlerspeicher zugreifen und abhängig davon reagieren. Im konkreten Beispiel wird bei Erkennen eines defekten Zündkabels automatisch der jeweilige Zylinder abgeschaltet. Das heißt, dass dort kein Kraftstoff mehr eingespritzt wird, denn der nicht verbrannte Kraftstoff könnte zur Zerstörung des Katalysators führen.

Über die OBD Schnittstelle lässt sich nicht nur der Fehlerspeicher auslesen – es lassen sich, insbesondere bei Kenntnis der herstellerspezifischen Codes, Einstellungen an den Steuergeräten vornehmen. Das reicht vom Entriegeln der Wegfahrsperre über das Abschalten der automatischen Tagfahrbeleuchtung bis hin zum Motortuning. Gerade hier gibt es viel Kritik, denn mit einem Auto lassen sich hier allerlei nur schwer nachvollziehbare Veränderungen vollziehen, bis hin zu kriminellen Machenschaften. Beispielsweise kann auch der Kilometerstand manipuliert werden.