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Bauen und Wohnen

Alltägliche Schadstoffe im Haushalt

Energiesparlampen, Batterien, Putzmittel – was viele Menschen nicht wissen, ist, dass in solchen alltäglichen Gegenständen gefährliche Schadstoffe lauern.

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Schnell die Batterien im Hausmüll entsorgen oder die heruntergefallene Glühbirne mit dem Handfeger zusammenkehren. Für viele Menschen ist das ganz normal. Sie ahnen jedoch nicht, dass sie damit sowohl der Umwelt als auch sich selbst großen Gefahren ausgesetzt sind. In einigen Haushaltsgegenständen lauern nämlich gefährliche Schadstoffe. Wer falsch mit diesen umgeht, muss dadurch gesundheitliche oder sogar rechtliche Konsequenzen befürchten. Doch die gute Nachricht lautet: Wer diese Risiken kennt und einige simple Grundregeln beachtet, muss keine Angst haben. Welche Schadstoffe lauern also im Haushalt und wie sieht der richtige Umgang mit diesen Alltagsgegenständen aus?

1. Energiesparlampen:

Die klassischen Glühbirnen sind mittlerweile verboten, schließlich sollen moderne Energiesparlampen umweltfreundlicher sein. Viele Menschen wissen allerdings nicht, dass sich im Inneren dieser Energiesparlampen eine geringe Menge an Quecksilber befindet. Bei einem normalen Gebrauch ist das nicht relevant. Doch geht eine dieser Lampen zu Bruch, kann das Schwermetall freigesetzt werden. Damit steigt die Quecksilber-Belastung in den Wohnräumen sekundenschnell auf ein gefährliches Level an und liegt bis zu 20-fach über den erlaubten Grenzwerten. Schon kleine Mengen dieses hochgiftigen Schwermetalls können für eine Quecksilbervergiftung ausreichen – mit verheerenden Folgen für den Körper.

Wichtig ist daher, im Umgang mit Energiesparlampen stets höchste Vorsicht walten zu lassen. Bestenfalls gehen diese also nicht kaputt, sodass das Quecksilber im Inneren bleibt und keine Gefahr ausstrahlt. Sollte es dennoch passieren, dass die Lampe beschädigt wird oder zerbricht, ist ein schnelles Handeln gefragt:

• Kinder oder Haustiere umgehend aus dem Raum aussperren.

• Alle Fenster sowie Türen öffnen, um die Wohnräume bestmöglich zu lüften.

• Die Tür zu dem Raum schließen, in welchem die Lampe zu Bruch gegangen ist, damit die Gase sich nicht weiter verbreiten. Die Wohnung sowie der Raum werden also beide gelüftet, aber gesondert voneinander.

• Heizungen, Klimaanlagen, Ventilatoren oder andere Ursachen für „Luftaufwirbelungen“ ausschalten.

• Nun erst einmal selbst den Raum für mindestens 15 Minuten verlassen – damit die höchste Gaskonzentration „ausgelüftet“ ist, bevor zur Reinigung übergegangen wird.

• Anschließend kann die zerbrochene Energiesparlampe vorsichtig entfernt werden. Wichtig ist dabei das richtige Vorgehen, um die eigene Gesundheit nicht zu gefährden und das Quecksilber vollständig zu entfernen.

Anschließend muss die zerbrochene Lampe natürlich noch fachgerecht entsorgt werden – und zwar in einem geschlossenen Gefäß bei der örtlichen Sammelstelle. Hier werden auch Energiesparlampen abgegeben, die zwar noch ganz, aber nicht mehr funktionstüchtig sind. Sie dürfen also niemals über den Hausmüll entsorgt werden. 

2. Batterien:

Selbiges gilt für Batterien, denn auch sie enthalten Quecksilber sowie Blei und Cadmium als weitere gefährliche Schwermetalle. Hinzu kommen wertvolle Stoffe wie Lithium, Silber oder Aluminium, die wiederverwertet werden können. Es gibt also gleich zwei gute Gründe, weshalb Batterien keinesfalls über den Hausmüll entsorgt werden dürfen. Für sie gibt es stattdessen spezielle Sammelstellen, beispielsweise in vielen Supermärkten. Aber auch die Händler, bei welchen die Batterien gekauft werden können, sind zu deren Rücknahme verpflichtet. Batterien sind zwar weniger zerbrechlich als beispielsweise Energiesparlampen, aber dennoch kann es passieren, dass die Schadstoffe freigesetzt werden. Das passiert bei Beschädigungen durch eine falsche Lagerung oder einen unsachgemäßen Umgang mit den Batterien. Was also muss beachtet werden?

• Werden die Batterien nicht sofort benötigt, sollten sie in der Originalverpackung gelagert werden.

• Wichtig ist, sie dabei vor extremer Hitze, Kälte und Feuchtigkeit zu schützen. Empfohlen wird eine Temperatur von rund 10 bis 25 Grad Celsius. Normale Raumtemperatur ist also ideal – beispielsweise der Keller eignet sich hingegen weniger.

• Batterien dürfen niemals in Berührung mit Feuer geraten oder stark erhitzt werden.

• Ebenso wenig dürfen Batterien geöffnet werden.

• Es gilt, Batterien nach ihrer Entladung sofort aus dem Gerät zu entfernen. Ansonsten droht das Auslaufen der Elektrolyte.

Sollte es dennoch passiert sein, lautet das Motto: Ruhe bewahren! Eine ausgelaufene Batterie gilt als unbedenklich für die Gesundheit, wenn sie und ihre Rückstände richtig entfernt werden. Es sind also weniger drastische Maßnahmen notwendig als bei einer zerbrochenen Energiesparlampe, dennoch sollte vorsichtig mit der ausgelaufenen Batterie umgegangen werden. Kommt es zu Augenkontakt mit der Flüssigkeit, ist ein Arztbesuch dringend notwendig!

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3. Putzmittel:

Dass in Reinigungsmitteln gefährliche Stoffe lauern, ist deutlich mehr Menschen bewusst. Schließlich können diese beim Putzen gerochen werden oder fühlen sich auf der Haut direkt ätzend an. Ganz so gefährlich wie Quecksilber sind die enthaltenen Schadstoffe zwar nicht, dennoch ist ein richtiger Umgang mit Putzmitteln essentiell, um gesundheitliche Risiken für die Bewohner auszuschließen – und zugleich die Umwelt zu schonen. Reste von Reinigungsmitteln einfach über die Toilette zu entsorgen oder ein verstopftes Rohr mit aggressiven Chemikalien zu öffnen, ist nämlich für die Natur eine große Belastung… und über das verschmutzte Grundwasser auch wiederum für die Menschen. Im Umgang mit Putzmitteln gilt daher:

• Sie sollten stets im Originalbehälter sowie außer der Reichweite von Kindern oder Haustieren aufbewahrt werden.

• Die Produkte dürfen niemals miteinander gemischt werden, da ansonsten giftige Gase entstehen können.

• Im Umgang mit Reinigungsmitteln sollten stets Handschuhe getragen werden.

• Es gilt, die Warnhinweise sowie Anwendungsvorgaben auf der Verpackung zu beachten.

• Während sowie nach dem Putzen sind die Wohnräume ausgiebig zu lüften.

• Weniger ist mehr, lautet das Motto, um eine unnötige Belastung der Gesundheit über die Atemwege zu vermeiden.

• Sollte es zu Hautkontakt kommen, die Stelle unmittelbar mit Seife reinigen und anschließend eincremen.

• Werden die Reinigungsmittel nicht aufgebraucht, müssen sie fachgerecht entsorgt werden. Vor allem Spezialreiniger müssen in den Sondermüll, aber auch viele „normale“ Reinigungsmittel.

• Sollte es zu einer Vergiftung kommen, muss sofort der Notruf oder der Giftnotruf des Bundeslandes kontaktiert werden.

Am besten ist es, gefährliche Reinigungsmittel weitestgehend zu meiden. Viele normale Verschmutzungen lassen sich auch durch ungefährliche Hausmittel oder sanfte Allzweckreiniger entfernen – die zugleich umweltfreundlicher sind. Schon beim Kauf der Putzmittel können also einige der Gefahren präventiv verhindert werden.

4. Haus & Garten:

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Auch im Haus beziehungsweise der Wohnung und dem Garten selbst können Gefahren lauern. Dazu gehören zum Beispiel Schimmel, welcher sich aufgrund von unentdeckten Bauschäden gebildet hat, aber auch gewisse Renovierungsabfälle oder Gartenchemikalien. Es gilt daher, die Augen offen zu halten, um eventuelle Mängel an der Bausubstanz rechtzeitig zu erkennen. Renovierungsabfälle wie Lacke oder Farben dürfen niemals über das Abwasser, beispielsweise in der Toilette, entsorgt werden. Stattdessen müssen diese zu einer Sammelstelle für Sondermüll gebracht werden. Dasselbe gilt für Gartenabfälle wie beispielweise Reste eines Schädlingsbekämpfungsmittels. Auch hier reichen jedoch häufig sanftere Mittel auf biologischer Basis aus, die weniger gefährlich für die eigene Gesundheit sowie die Umwelt sind. 

5. Medikamente:

Zuletzt gibt es noch ein Risiko, das in beinahe jedem Haushalt zu finden ist, und zwar die heimische Apotheke. Schnell werden Medikamente nämlich zur Gefahr, wenn sie falsch eingenommen oder dosiert werden. Zudem müssen diese richtig entsorgt werden, um nicht zur Belastung für die Umwelt zu werden. Im Umgang mit Medikamenten gelten daher folgende Grundregeln:

• Sie müssen stets außer der Reichweite von Kindern oder Haustieren aufbewahrt werden.

• Es ist auf eine korrekte Einnahme sowie Dosierung zu achten.

• Auch Medikamente verfügen über ein Ablaufdatum. Haben sie dieses überschritten, müssen sie richtig entsorgt werden.

• Das bedeutet: Die Arzneien können über den Restmüll entsorgt werden, wenn das Entsorgungsgebiet an eine Müllverbrennungsanlage angeschlossen ist. Sie sollten dann bestenfalls, bevor sie in der Tonne landen, in Zeitungspapier eingewickelt werden.

• Wird der Müll im Gebiet hingegen nicht verbrannt, sondern über eine mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlage entsorgt, müssen Altmedikamente zum Sondermüll gebracht werden.

• Wer sich unsicher ist, kann sich bei der örtlichen Apotheke informieren. Viele nehmen zudem Altmedikamente zurück, allerdings ist dieser Service nicht wie beispielsweise bei den Batterien gesetzlich vorgeschrieben, sondern ein freiwilliges Angebot.

Am einfachsten ist es, Medikamente sparsam einzukaufen. Wer also nur benötigte Arzneien kauft und diese zeitnah aufbraucht, hat später kein Problem mit der Entsorgung von eventuellen Resten.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur M. Schäfer.