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Als Leihoma in Australien

Ein halbes Jahr lebte Simone Leibner aus Schwarznaußlitz downunder. Voller neuer Eindrücke kehrte sie jetzt in die Heimat zurück.

© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

Schwarznaußlitz. Sie würde es jederzeit wieder tun. Eine Woche hatte Simone Leibner jetzt Zeit, um ihre Eindrücke von ihrem halbjährigen Australien-Aufenthalt sacken zu lassen. Am 3. Januar landete ihr Flugzeug in Berlin-Tegel. Damit ging das wohl bisher größte Abenteuer im Leben der Schwarznaußlitzerin zu Ende. Zwar hat die jetzt 60-Jährige mit ihrem Mann Egbert früher schon größere Auslandsreisen unternommen. Aber es sei schon ein großer Unterschied, ob man in einem Land als Tourist oder – wie in ihrem Fall – als „Granny Au-pair“ zu Gast ist. Als „Leihoma“ können sich Menschen bewerben, die schon eine gewisse Lebenserfahrung aufweisen, also mindestens an die 50 sind. Dass man wirklich Enkelkinder hat, ist nicht unbedingt erforderlich. Simone Leibner hat aber tatsächlich einen siebenjährigen Enkel. Das passte, denn in ihrer ersten Gastfamilie gab es zwei Mädchen im Alter von zwei und vier Jahren. Diese Familie lebte in dem 10 000-Seelen-Ort Nambucca Heads. Der Familienvater ist aus beruflichen Gründen oft wochenlang nicht zuhause, sodass Simone Leibner der deutschstämmigen Mutter bei der Hausarbeit und der Kinderbetreuung zur Hand ging.

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Vermittelt wurde ihr die Au-pair-Stelle durch das 2010 in Hamburg gegründete Internet-Portal „Granny Au-pair“. Den ersten Einsatz hatte Simone Leibner von zu Hause aus gebucht. Der war aber von vornherein nur auf drei Monate ausgelegt. Simone Leibner wollte aber unbedingt ein halbes Jahr in Australien verbringen. Einen weiteren Einsatz zu finden, gestaltete sich aber nicht schwer. Bereits nach reichlich zwei Monaten wechselte Simone Leibner zu einer Familie nach Sydney. Die Kinder dort waren schon etwas größer, nämlich zehn und zwölf Jahre alt. Mit denen brauchte sie nicht mehr zu spielen oder ihnen Märchen vorlesen. Hier bestand die Aufgabe vielmehr darin, für das Frühstück der Kinder und die Schulbrote zu sorgen. Und auch das gemeinsame warme Familien-Abendbrot gehörte zu ihren Obliegenheiten.

Da die Mutter der Kinder als Rettungssanitäterin im Schichtdienst arbeitete und dadurch auch tageweise frei hatte, bekam Simone Leibner an diesen Tagen auch frei und konnte zahlreiche Exkursionen unternehmen. Dabei lernte sie viele interessante Menschen aus der ganzen Welt kennen – eine Erfahrung, die sie nicht missen möchte. Mit einigen von ihnen will sie weiterhin in Kontakt bleiben. – Ein Ziel, das sich Simone Leibner für diese Reise vorgenommen hatte, nämlich ihr Englisch zu perfektionieren, hat sie auf alle Fälle erreicht. Nicht nur, dass sie sich in den Familien in dieser Sprache verständigte, sie besuchte zusätzlich auch noch in beiden Städten Sprachkurse. Als „Ausbeute“ bringt sie ein Sprachzertifikat mit nach Hause, sowie 7 000 Fotos, ihre Tagebuchaufzeichnungen und typische Australien-Souvenirs, wie zum Beispiel einen Bumerang. Das schönste Souvenir sind jedoch die Erinnerungen an eine tolle Zeit mit freundlichen Menschen. „Wenn man offen auf die Menschen zugeht, bekommt man auch viel zurück“, sagt Simone Leibner. Die einigende Botschaft sei gewesen „Wir wollen alle nur in Frieden leben“, sagt sie.

Am Ende des Australien-Aufenthaltes unternahm Simone Leibner mit ihrem Mann noch eine Wohnmobil-Tour und sie feierte mit ihm gemeinsam auf den White-Sunday Islands ihren 60. Geburtstag. Am Montag fährt Simone Leibner voller Tatendrang wieder zur Arbeit bei der Techniker-Krankenkasse nach Dresden.