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Döbeln

Alte Bücher zu Geld gemacht

Im nächsten Jahr soll es wieder einen Flohmarkt für Lesehungrige geben. Wie und wo ist noch unklar.

Auch den vorerst letzten Bücherflohmarkt hat sich Stammkundin Rosmarie Marschner nicht entgehen lassen. Sie frischte dort regelmäßig ihren Buchbestand auf.
Auch den vorerst letzten Bücherflohmarkt hat sich Stammkundin Rosmarie Marschner nicht entgehen lassen. Sie frischte dort regelmäßig ihren Buchbestand auf. © Dietmar Thomas

Roßwein. Rosmarie Marschner ist Stammkundin beim Bücherflohmarkt. Fast jeden Mittwoch kommt sie in die Räume des Heimatmuseums, um sich neue Bücher auszusuchen. Bis auf Weiteres muss sie aber wie viele andere Roßweiner auf den Service verzichten. Für den Bücherflohmarkt ist Winterpause. Das Heimatmuseum benötigt den Raum, die sogenannte Tonne, für die Weihnachtsausstellung.

Seit Ende April haben vier Ehrenamtliche für die Grafe-Stiftung Bücher zu Minipreisen verkauft. Insgesamt 2 000 Euro haben sie in dieser Zeit eingenommen. Das Geld kommt der Grafe-Stiftung zugute, die sich in Roßwein unter anderem um Zuschüsse für Bedürftige kümmert oder für sozial schwache Familien das Schulessengeld übernimmt.

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Geboren worden war die Idee des Bücherflohmarktes bereits im vergangenen Jahr. Damals hatten die Ehrenamtlichen, allen voran der Vorsitzende der Grafe-Stiftung Peter Krause, den Büchernachlass der verstorbenen Dr. Elisabeth Steinhoff verkauft. „Als wir am 22. April mit dem diesjährigen Flohmarkt angefangen haben, war der Raum leer“, sagt Peter Krause. Nie hätte er gedacht, dass die Tische sich so schnell mit Büchern füllen. „Einige Leute sind fast jede Woche hergekommen, haben ihre ausgelesenen Bücher wieder mitgebracht, neue mitgenommen und diese dann wieder bezahlt“, sagt Peter Krause. Besonders Kinder- und Jugendliteratur waren laut Krause gefragt, aber auch Nachschlagewerke und Horror-Grusel- und Science-Fiction-Werke. Einen Obolus von einem Euro verlangte er pro Buch. Demnach haben rund 2000 Bücher in den etwa fünf Monaten den Besitzer gewechselt.

Jetzt müssen die Ehrenamtlichen die übriggebliebenen Bücher aber erst einmal wieder in die Kisten packen und einlagern. Ob und wie es im nächsten Jahr weitergeht, vermag Peter Krause nicht zu sagen. „In die ,Tonne‘ können wir nächstes Jahr definitiv nicht. Wegen des Schul- und Heimatfestes benötigt das Museum den Raum selbst“, so Krause. Da der Flohmarkt von den Roßweinern so gut angenommen worden ist und dabei für die Stiftung noch Geld generiert werden konnte, möchte er ihn gerne wieder anbieten. Zumal es auf anderen Wegen kaum noch möglich ist, Geld in die Stiftungskasse zu bekommen. Über Spenden freuen sich die Stiftungsräte zwar. Eine planbare Größe sind sie aber nicht.