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Alte Getreidemühle wird schickes Wohnhaus

Ein Investor saniert Gebäude in Wilsdruff. Alle Wohnungen sind schon reserviert.

© Karl-Ludwig Oberthür

Von Hauke Heuer

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Wilsdruff. In Wilsdruff wird in diesem Jahr ein historisches Kleinod neu herausgeputzt. In der ehemalige Getreidemühle Seidel an der Freiberger Straße sollen 17 Miet- und Eigentumswohnungen entstehen. Das Gebäude wurde bereits Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet. Lange Zeit unterhielt die Familie Seidel hier einen Betrieb, der Futtermittel produzierte und verkaufte. Zuletzt stand das Haus jahrzehntelang leer und verfiel immer mehr. Der Wilsdruffer Bauträgergesellschaft K & R hat sich nun dafür entschieden, das Objekt zu entwickeln.

Das Modell zeigt, wie das Objekt einmal aussehen könnte. © SZ

„Wir warten noch auf die Baugenehmigung, dann können die Arbeiten beginnen“, kündigt Köhler an. Im Sommer kommenden Jahres sollen die Wohnungen bezugsfertig sein. Angeboten werden relativ große Appartements mit drei bis fünf Räumen beziehungsweise 80 bis 110 Quadratmetern Wohnfläche.

Alle Wohnungen verfügen über einen eigenen Balkon. Zwölf Stellplätze stehen in Garagen zur Verfügung, die sich im Erdgeschoss befinden und vom Hinterhof aus zu erreichen sind. Über den Hinterhof erfolgt auch der barrierefreie Zugang zum Fahrstuhl. Die Eingangstüren sind entlang zweier Galerien angeordnet, die in das Gebäude integriert werden. So tritt man beim Verlassen der Wohnung direkt ins Freie.

2 300 Euro pro Quadratmeter sollen die Wohnungen einmal kosten. Für jedes Appartement gebe es bereits eine Reservierung, so Köhler. Weitere Interessenten könnten sich dennoch bei ihm melden, da erfahrungsgemäß einige Investoren abspringen. Ein Teil der Wohnungen wird nach der Fertigstellung auch vermietet. Kaltmieten von rund sieben Euro pro Quadratmeter seien realistisch, so Köhler.

Die Besonderheit: Die Bewohner des Hauses können viel Heiz- und Stromkosten sparen. Eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach soll die Stromversorgung weitestgehend abdecken. Eine voll automatisierte Pelletheizung verbrennt nur Holz und ist damit klimaneutral. „Die Strom- und Heizkosten werden je nach Nutzungsverhalten bei 30 bis 40 Cent pro Quadratmeter liegen. Ich kenne kein Projekt in einem Altbau, das diese Werte erreicht“, sagt Köhler. Der von außen betrachtet, scheinbar schlechte Zustand des Gebäudes steht der Sanierung wohl nicht entgegen. „Da das Objekt als Handelsfläche genutzt wurde, ist es sehr stabil. Wir lassen sowieso nur die Außenwände stehen. Die Konstruktion besteht aus schweren Stahlträgern. So etwas Solides wird heute gar nicht mehr hergestellt“, erklärt der Bauherr.

Für Köhler ist die Getreidemühle eines der letzten Gebäude der Stadt, in denen sich noch Wohnungen ausbauen lassen. Der Unternehmer hat seit Ende der 90er-Jahre in der Region schon zahlreiche Objekte entwickelt. Zuletzt wurde beispielsweise ein Neubau am Gezinge errichtet. Flächen für weitere Neubauten für Mehrfamilienhäuser seien auch rar. Die Nachfrage nach Wohnungen bleibe jedoch hoch. „Wilsdruff bietet Arbeitsplätze, Schulen, Kitas und die Nähe zu Dresden. Trotzdem leben wir auf dem Land“, zählt Köhler die Vorteile des Standortes auf. Trotz der Grundstücksknappheit hat er deshalb für die kommenden Jahre noch einige Pläne, die seien aber noch nicht spruchreif.

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