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Alte Platte, neuer Putz

Der Klingenberger Wohnblock Am Sachsenhof 2 wird bis November saniert. Die SZ durfte sich in den umgestalteten Wohnungen schon mal umschauen.

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© Egbert Kamprath

Von Anja Ehrhartsmann

Klingenberg. Kabel hängen von der Decke. Im Treppenhaus stehen Säcke mit Rigips für die Handwerker bereit. Der Lärm einer Bohrmaschine hallt durchs Treppenhaus, in dem noch die Fenster fehlen. Bis die 24 Wohnungen im Wohnblock Am Sachsenhof 2 a-c bezugsfertig sind, ist noch einiges zu tun, aber es ist auch schon vieles geschafft. Das Bauprojekt zählt zu den größten Vorhaben in der Gemeinde, die dafür einen Kredit aufgenommen hat. Seit diesem Frühjahr läuft die Sanierung des 30 Jahre alten Plattenbaus, in dem 24 neue Wohnungen in unterschiedlichen Größen und Varianten entstehen, von Zwei- bis Fünfzimmerwohnungen.

Baufortschritt Am Sachsenhof

Renovierte Loggia Auch die Loggias zum Innenhof, die zu jeder Wohnung dazugehören, sind frisch renoviert. Heide Reckin vom Bauamt der Gemeinde ist zufrieden mit dem Ergebnis.
Renovierte Loggia Auch die Loggias zum Innenhof, die zu jeder Wohnung dazugehören, sind frisch renoviert. Heide Reckin vom Bauamt der Gemeinde ist zufrieden mit dem Ergebnis.
Neuer Grundriss Bürgermeister Torsten Schreckenbach in einem der Bäder, in das eine großräumige Dusche eingebaut wird. Daneben ist Platz für eine Waschmaschine und eine Wanne.
Neuer Grundriss Bürgermeister Torsten Schreckenbach in einem der Bäder, in das eine großräumige Dusche eingebaut wird. Daneben ist Platz für eine Waschmaschine und eine Wanne.
Frische Fassadengestaltung Ab September wird die Außenfassade gedämmt, verputzt und farblich neu gestaltet – in verschiedenen Rot- und Brauntönen.
Frische Fassadengestaltung Ab September wird die Außenfassade gedämmt, verputzt und farblich neu gestaltet – in verschiedenen Rot- und Brauntönen.

„Wir liegen mit den Bauarbeiten voll im Plan“, sagt Heide Reckin vom Bauamt der Gemeinde Klingenberg. Die Sachbearbeiterin, die von der Gemeinde für das Projekt angestellt wurde, dreht eine Runde durch die Dreizimmerwohnung im Erdgeschoss, die nach dem Umbau wieder von den Vormietern bezogen wird. Vom Flur geht das Bad ab, im Nebenraum ist die Wohnküche vorgesehen. Das Schlafzimmer liegt auf der anderen Seite und geht nach hinten raus: Richtung Grünanlage. Ins Zimmer daneben kommt der Wohnbereich. „Die Mieter wollten eine separate Küche und ein großes Wohnzimmer“, sagt Heide Reckin. Die Leute leben schon länger in dem Wohnblock und kehren nach dem Umbau wieder zurück in ihr altes, neues Zuhause.

Die etwa 64 Quadratmeter große Wohnung ist völlig neu geschnitten. Die Wünsche der Altmieter wurden jeweils berücksichtigt, erklärt Reckin, denn die Drei- und Vierzimmerwohnungen gibt es jeweils in drei Varianten. „Ziel war es, die Raumstruktur so zu ändern, dass es etwas großzügiger wird“, erklärt Bürgermeister Torsten Schreckenbach (BfK), der sich ebenfalls ein Bild vor Ort macht.

„Durch die neue Raumaufteilung sollen die Mieter so lange wie möglich selbstbestimmt in der Wohnung leben können.“ Deshalb wurde das schlauchförmige Bad mit schmaler Wanne und wenig Platz zum Vorbeikommen vergrößert. Auch die Durchgänge wurden verbreitert, so passt auch ein Rollator durch, sagt das Gemeindeoberhaupt. Doch nicht nur für Ältere sollen die neuen Wohnungen möglichst attraktiv sein, auch Familien, Ehepaare oder Alleinstehende hofft die Gemeinde mit ihrem flexiblen Wohnungsangebot locken zu können. Denn nach dem Umbau gibt es auch Zwei- und Fünfzimmerwohnungen.

Pro Quadratmeter will die Gemeinde 7,25 Euro an Kaltmiete verlangen. Damit werde es für die Altmieter zwar teurer als vorher, durch das neue Heizsystem und die bessere Dämmung könne aber bei den Heizkosten gespart werden, sagt Schreckenbach. Zehn Wohnungen sind bereits vermietet, an Altmieter und Mieter aus dem Wohnblock Am Sachsenhof 7, der kommendes Jahr saniert werden soll. Zum 30. November sollen die Wohnungen bezugsfertig sein, sagt Heide Reckin. Verzögerungen im Bauablauf habe es bisher keine gegeben. Ende März wurde damit begonnen, das Gebäude zu entkernen. „Nur die Betonhülle ist stehengeblieben“, sagt Schreckenbach. Derzeit sind noch Elektriker, Installateure für den Heizungs- und Sanitärbereich sowie Trocken- und Rohbauer am Werk. Ab September kommen Maler, Fliesen- und Bodenleger.

Für Interessierte, die sich die Wohnungen anschauen wollen, soll es einen Tag der offenen Tür geben.